220 H- 16. Allgemeine Lorrücknng dev Armee am 26. Oktober.
wollte in der ersteil Hitze dem Hauptmann, dessen Compagnie, wie ermeinte, zuerst das Hasenpanier ergriffen hatte, mit seinem Säbel denKopf spalten. In der Stadt verbreiteten sich die verworrensten Ge-rüchte; es hieß sogar, Bein sei geblieben. Das leichtsinnige Volk derMobilen aber bezeigte eine unvernünftige Freude, einmal tüchtig „drein -gepfeffert" zu haben/ während Andere, ernster gestimmt, in dem un-seligen Misverständnis ein Mahnzeichen im kleinen erblickten, wie sichin unnatürlichem Kampfe Bürger gegenseitig zerfleischten!
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Die Sonne des 26. October stieg glühend empor. Dicker Nebel lagnoch über Strom und Flur und wälzte wie ein wallendes Meer hinund wieder seine trüben Wolken, bis sie allgemach von den Strahlendes leuchtenden Taggestirnes aufgesangt wurden und hell und schöndie Gegend dalag, in deren Umkreis sich nur Svenen häßlicher Leiden-schaft, Gewalt und Zerstörung abspielen sollten.
Jil der Stadt hielt man die Frist des Waffenstillstandes fürabgelaufen, was erst um 5 Uhr N.-M. der Fall war, und meinte,es gelte heute den Entscheidnngskampf. Kaum daß der Morgengraute, durchschritten kleinere und größere Abtheilungen der Volks-wehr die noch leeren Straßen; einzelne uniformirte und nicht-unifor-mirte Bewaffnete eilten nach ihren Sammelplätzen; Ordonnanzensprengten von einem Orte zum andern. Ernste Gruppen bildetensich an den Straßenecken und gingen wieder auseinander, schwererGedanken voll, was die nächsten Stunden bringen würden.
Auch im Lager der Kaiserlichen ging' es lebhafter her als in denTagen zuvor. Von allen Seiten rückten die Truppen aus und be-setzten die Höhenpunkte um die Stadt, die sie mit einem lebendigenWalle umschlossen. Aus der Zwischenbrückenau hatte noch vor Tages-anbruch eine Patrouille Schönhals, geführt vom Ober-LieutenantSchwerdtman», das Kaiserwasser durchwatet und sich die Ueberzeugung