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II. 14. Schreckensherrschaft in Wien.
gelangen. Auch Schmalz und Eier schlugen im Preise bedeutend ansAn Mehl und Fleisch hatte man noch für wenige Tage Vvrrath. Am24. sah man im Stadtgraben beim Kärntnerthor ein paar DutzendOchsen grasen. Allein die waren bald geschlachtet und als die Flei-scher uni schweres Geld die Kühe der in der Stadt befindlichen Milch-maier aufkauften, waren bald auch die Milchweiber verschwunden undstatt ihrer gab es an den Orten, wo sie zu sitzen pflegten, Zusammen-rottungen aufgeregter Dienstmädchen, die mit leeren Händen zu ihrerHerrschaft zurückkehrten. Am 25. wurde im Cafö fran?ais amStephansplatz die letzte „Melange" getrunken. Unter den Aerztendes allgemeinen Krankenhauses erregte es keine geringe Entrüstung,als sie am 25. die Weisung empfingen, für ihre Kranken keine soge-nannten Kalbsdrittel vorzuschreiben; allein was war zu thuu, wenniil der ganzen Stadt kein junges Rind mehr aufzutreiben war?Kaffee, Zucker, Reis und andere Colonialwaaren konnte man nachBedarf aus dem Hauptzollamte beziehen, dessen Räume für diesenZweck zu allen Stunden des Tages offen standen. Auf den Markt-plätzen, deren Hökerstände jetzt so schütter besetzt waren wie die Ab-geordnetensitze der Rechten in der Winterreitschule, hielt sich am läng-sten Obst, Gemüse und einiges Geflügel; auch Selchwaaren warennoch zu haben. An Wein und Bier aber war Ueberfluß bis zu Ende,und so standen auch die Kneipen und Wirthshäuser nicht leer, nurdaß sich ihr Aussehen und ihre Besucher geändert hatten. Die frü-heren Stammgäste waren meist verschwunden, es gab fast durchausneue Gesichter da. In den Ecken standen abgeschnallte Schleppsübelund geladene Gewehre statt der Stöcke und Regenschirme von ehedem,und wenn mitunter die Bedienung etwas zu wünschen übrig ließ, somußte man die Entschuldigung des Wirthes hinnehmen, daß manseinen Kellnern die Muskete auf die Schulter gelegt habe. DieRäume des Bierhauses „zum rotheu Igel", in den Monaten zuvorder gastliche Sammelplatz der böhmischeil Abgeordneten, waren jetztder Zufluchtsort der demokratischen Wortführer des Tages; Becher,Jellinek, Cheizes, Hanck, mitunter auch Frvbel, Fenneberg kamen dazusammen"^). Im Extra-Zimmer der „großen Tabakspfeife" saßfast allabendlich Robert Blum. Hier gab es weniger Politik undmehr harmloses Gespräch als im ersten Stock am Wildpretmarkt, undder runde untersetzte Alaun, der sich in eine Sache hatte hineiureißeu