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II. 14. Schreckensherrschaft in Wien.
nun selbst Angeberinnen anderer verborgen gehaltenerMänner: „warumsollten die Frauen dieser es besser haben als sie selbst?" EinfacheMisverständnisse brachten Leute in Gefahr, von wilden Rotten ge-lyncht zu werden, wie der Postbeamte Trombetta, der vom Reichs-tagsansschusse in das kaiserliche Hauptquartier gesandt war, um wegendes stockenden Postverkehrs zu unterhandeln. Er hatte über seinerothe Uniform einen Ueberrock angezogen und wurde bei seiner Rück-fahrt an der Linie als verdächtig angehalten. Hunderte umringtenunter Verwünschungen und Drohungen seinen Wagen; vergebenswies er seine offene Ordre vor, man wollte weder hören noch glau-ben. Mit Mühe schützten ihn einige Nationalgarden vor den gefähr-lichsten Thätlichkeiten; er stand Todesqualen auf dem Wege bis indie innere Stadt aus. Im Studentenausschüsse war es ihm leicht,sich in seiner Eigenschaft auszuweisen, worauf ihn der eben anwesendeFitster auf sein Amt geleitete. In den Tagesblättern vom 25. warzu lesen! ,,So eben wird ein feindlicher Officier, man vermuthet einGeneral, unter großem Aufsehen auf die Aula gebracht."
Der Pöbel gab dem Begriffe allgemeiner Bewaffnung noch wei-teren Umfang. Als eines Tages eine halbe Compagnie Legionäre indas Strafhaus iu der Leopoldstadt abmarschirte, liefen Weiber undJungen mit Geschrei hinterdrein, man solle die Gefangenen loslassenund ihnen Waffen iu die Hände geben. Am 25. umringte ein to-bender Hanfe die Cigarrenfabrik in der Roffau, um die Arbeiterherauszufordern, als noch zur rechten Zeit eine Abtheilnng National-garden, vom Platz-Offieier Dunder gesendet, zum Schutze des Gebäudeserschien und es besetzte. Die Mannschaft des Conscriptionswesens und diePolizei-Soldaten durften sich nicht vor das Thor ihrer Caserneu wagen,wenn sie sich nicht gewaltsam zum Kampf gegen die kaiserlichenTruppen pressen lassen wollten. Am 24. Abends erschien Bem imTranSport-Sammelhaus und redete die Soldaten der galizischen Re-gimenter in ihrer Muttersprache an, um sie zum Eintritt in diePolenlcgion zu bewegen; doch der Platz-Officier Ruff vereitelte seineBemühungen. Zuletzt richtete man ein Nvthspital für 24 Verwundeteein, um dem Hause wie dessen Bewohnern Ruhe zu verschaffen, undGeneral Matauschek erließ an die Mannschaft unter Androhung desStandrechtes den Befehl, sich bei dem bevorstehenden Kampfe streng-stens unbetheiligt zu verhalten. Die Militär-Stadtwache zur Behü-