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1 (1869) Die Belagerung und Einnahme Wiens October 1848
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Allgemeine Bewaffnung.

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tung der Gefängnisse blieb, auf ausdrückliche Weisung des Reichstags-auSschusses, aus ihrem Posten. Dagegen mnßten die zwölf Soldatenverschiedener Truppenkörper, die als Spitals-Gefreite im Militär-Krankenhause der Alservorstadt commandirt waren, ihre Waffen her-ausgeben. Auch der Hofburgwache, obgleich sie die Reichstags-Per-manenz unter ihren Schutz genommen hatte, befahl Fenneberg, Gewehresammt Schießbedarf auszuliefern; Hauptmann Pausner, mit derVollziehung beauftragt, ließ unter Androhung, Feuer zu geben, ihreRäumlichkeiten besetzen und die Entwaffnung vornehmen.

In Folge des scharfen Gebots, daß jedermann bewaffnet erschei-nen mußte, sah man jetzt Leute kriegerisch ausgerüstet, die früher niean einen solchen Beruf gedacht hatten. Da schritten Männer ausden besseren Ständen mit Jagdflinten auf der Achsel, mit Pistolen.Dolchen, Waidmessern im Rocke, mit Hirschfängern oder Säbeln irgendwelcher Art an der Hüfte einher, denen man es ansah, daß es ihnennur darum zu thun war, der gefährlichen Laune der Machthaber zugenügen und der grausamen Jagd zu entgehen, die der Pöbel aufjeden Waffenlosen machte. Der weichmüthige Auerbach stolzirte miteinem schönen Stntzeu durch die Stadt und zeigte begegnenden Freun-den mit komischer Selbstzufriedenheit, daß er auch Patronen in derTasche habe. Moritz Wagner, einer der tüchtigsten Berichterstatterder A. A. Ztg., hatte zwischen den Knöpfen seines Oberrockes eineriesige Reiterpistole stecken. Einzelne erhöhten erfinderisch ihre per-sönliche Sicherheit, indem sie sich den linken Arm mit einer gelbenBinde umwanden, wenn sie auch in ihrem Leben kein mediciuischesoder chirurgisches Collegium gehört hatten. Die Mitglieder desReichstages trugen schon lange eine eigens für diesen Zweck geprägteMedaille als Abzeichen auf der Brust, und auch die Wiener Stadt-behörde griff zu diesem Deckungsmittel, nachdem wiederholt Fällevvrgekommen waren, daßGemeinderäthe unter das Gewehr zu tretengezwungen und den gröbsten Insulten ausgesetzt wurden". (25 u.Kundmachung Messenhauser's vom 26.) Allein trotz dieser Borsichts-maßregel hielten sich Neichstagsabgeordnete und Gemeinderäthe fürunzureichend geschützt, wenn sie nicht ein Stück Waffe trugen. Dersüdthroler Abbate Prato mußte selbst über sich lachen, wenn er