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II. 14. Schreckensherrschaft in Wien.
bestimmen lassen. Dem Chef der nunmehrigen „Sicherheitsbehörde"-- so benannte Fenneberg sein Organ, um „den gehässigen Namen"einer militärischen „Polizei" zu vermeiden — war es voller Ernst,den Schrecken in seiner ganzen Macht sich entfalten zu lassen. DieSicherheitsbehörde war, wie Fenneberg in seinen Memoiren sich rühmt,„ohne daß Messenhauser es ahnte", zur Ueberwachung der „jetzt schonkühn auftauchenden Manoeuvres der Schwarzgelben" bestimmt; siesollte ihm das Mittel sein, um mit Hilfe seiner Auditors, ohne sichum Reichstag, Gemeinderath und Ober-Commando zu kümmern,„Justiz" zu handhaben, „Ordnung und Ruhe" in der Stadt aufrechtzu halten. Das von Messenhanser eingesetzte Kriegsgericht ließ erzwar fortbestehen; doch wies er ihm nur „Lappalien" zu, währendin wichtigeren Angelegenheiten eigene standrechtliche Commissionengebildet werden sollten. Am 26. gab der neue Chef der Sicherheits-behörde seine erste Kundmachung heraus. „Wer sich weigert denBarricadenbau nach Kräften zu fördern, ist als ein Verräther ander heiligen Sache zu behandeln! Verbergen oder Unterschleif vonWaffen, Munition oder Lebensmitteln verfallen als Verrath amVaterland einer summarischen Behandlung- Geheime Versammlungenvon Bewaffneten sind verboten, die Teilnehmer dem kriegsgericht-lichen Verfahren zu unterziehen. Von der Theilnahme der bewaff-neten Verteidigung sollen nur die Mitglieder des Reichstages undGemeinderathes, dann Ausländer ausgenommen sein; auf Dienst-enthebungskarten kann keine Rücksicht genommen werden"
Jetzt kamen für Wien fürchterliche Tage. Noch waren, wieFenneberg meinte, nicht alle waffenfähigen Männer an ihrem Posten.Dandys spazierten auf den Straßen umher; in den Kaffeehäusernsah er junge Leute Billard spielen oder Zeitungen lesend herumlun-gern; dem müsse ein Ende gemacht, die Stadt von Müßiggängerngesäubert werden. Auf seinen Befehl begannen Hausdurchsuchungenund Verhaftungen im großen Styl; die Gefängnisse der Getreidemarkt-Caserne und jene am Salzgries wurden zur Aufnahme der Eingezo-genen bestimmt. In den Vorstädten drangen Haufen von Proleta-riern in die Wohnungen, durchstöberten alle Räume und Winkel nachWaffen und Kriegsbedarf, ergriffen was sich vorfand, schlepptenMänner, oft ohne Rücksicht auf Alter und Gebrechlichkeit, zum Ner-theidigungsdienste fort. Selbst des Nachts hatten die erschreckten