Reichstag »nd Gemciiiderath.
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Anträgen nicht durchdrangen, aber auch jene der radikalen Elementenicht aufkvmmen ließen, jede selbständige Verantwortung von sich ab-lehnte und bald den Reichstag bald das Ministerium vorschobdie allein maßgebend zu sprechen und zu handeln hätten. Mau wariu der Wipplingerstraße sehr erstaunt, als in der Abendsitzung des2t. Messenhanser und Bem erschienen und Platz nahmen, bis derVorsitzende die Erklärung abgab, der Ober-Commandant sei gekommen,ihnen den General Vem vorzustellen. Kaum hatten die Beiden denSaal verlassen, als einer der Gemeinderäthe sich zum Wort meldeteund mit Beziehung auf ein Placat Messenhauser's die Frage stellte:„wie dieser sageil könne, er stehe unter dem Befehle des Reichstages,des Ministeriums und des Gemeiuderathes, da er doch bloßden beiden erstereil verantwortlich sei?" Es wurde beschlossen, denOber-Commaudanten über diesen Jrrthum aufzuklären. In solcherWeise hin- und hergeworsen zwischen dem Verlangen, sich iu dieWechselsälle des ernsteil Waffeuspiels nicht verwickelt zu sehen, undder vom kaiserlichen Feldherru ihm aufgeuvthigteu Verantwortlichkeit,für die Folgen der Verlängerung desselben zu haften, schieil derWiener Stadlbehvrde nachgerade vor manchem ihrer eigeneil frühergefaßten Beschlüsse bange zu werden. Als in den letzteil OctobertagenMessenhauser eineil neuen Vorschuß von 10000 fl. verlangte, entspannsich eine Debatte darüber, ob die immer hoher anwachsenden Aus-lagen der Gemeinderath, oder nicht vielmehr der Staat, zu tragenhabe. Es kam aber zu keinem entscheidenden Beschlüsse; denn ebenEntschiedenheit war es, woran es dem Gemeinderathe der Reichs-Hauptstadt am »leisten gebrach.
Die Stellung des Heeres blieb am Dienstag im allgemeinen die-selbe wie den Tag zuvor.
Nach dcil hartnäckigen Gefechten oder, wie mail in der Stadtineinte, Angriffeil der kaiserlichen Truppen am 23. machte man sichauf eine Erneuerung derselben am 24. gefaßt. Wer etwas von mili-tärischen Diilgen zu versteheil glaubte, erwog die Wahrscheinlichkeit,von welcher Seite etwa der Feldmarschall den Eingang in die Sladterzwingen werde Es war aber, was am 24. an einzelnen Linienvorsiel, voll Seite der Truppen eben so wenig wie am Montag aufeine Bezwingung der Stadt abgesehen; es war nur eine Zurückwei-