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1 (1869) Die Belagerung und Einnahme Wiens October 1848
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II. 13. Hctzendorfcr Proclamation vom 23. Octvber.

von den Bürgern die Herausgabe aller Waffen fordert?" Gemeindc-rath Kaiser suchte zu beschwichtigen.Wir haben von unfern Com-inittenten nicht das Mandat, über Krieg oder Frieden zu entscheiden",sagte er;inan möge eine Deputation an den Feldmarschall senden,ihn über die Verhältnisse der Stadt anfzuklären". Baron Watzdorferklärte,er werde als Mann des Friedens seine Stelle niederlegen,falls nicht der Weg der Vermittlung beliebt würde". Freund, Wesselyu. a. sprachen entschieden dagegen.Man redet von friedlichenMitteln", rief Wessely;was giebt es für welche, die uns nicht schän-den? Sind das Bedingungen, die man 100000 todesmnthigenMännern stellt? Wien hat groß begonnen; es soll, so es GottesWille ist, groß untergehen!" Zuletzt lief der hitzige Streit wie am22. in eine ziemlich ungefährliche Spitze aus. Als man erfuhr, daßbereits der Reichstag das seinige gethan habe, was mit maßloserFreude, wie wenn man sich von einem drückenden Alp befreit fühlte,ausgenommen wurde ^"), ging der Antrag durch, in's kaiserlicheHauptquartier keine Deputation, aber eine Denkschrift zu senden,worin gesagt würde:daß der Gemeinderath den Reichstag als höchsteBehörde des Landes anerkennen und sich in allem und jedem dessenBeschlüssen unterwerfen müsse; daß von Anarchie in Wien keine Spurzu finden sei und Aufregung nur durch jene feindlichen Truppen-bewegungen, die seit dem 6. Oetober die Stadt beunruhigen, hervor-gerufen werden; daß nicht eine kleine Fraction in Wien herrsche, dieStadt vielmehr einig sei in dem Bestreben, Freiheit und Ordnung zuerhalten. Die deutsche Centralgewalt, der Reichstag, der Gemeinde-rath", so schloß die Denkschrift,sie alle haben Wege des Friedenseingeschlagen. Euer Durchlaucht werden sie nicht durchkreuzen wollen.Die Anwendung von Gewalt, abgesehen von ihrem zweifelhaften Er-folg , könnte leicht der Beginn von Kämpfen werden, die in der Folgenicht mehr den Parteien, sondern dem Throne Verderben zu bringenim Stande wären".

Die eigenthümliche Lage der Stadt war jetzt die: daß einer-seits der kaiserliche Oberfeldherr vom Reichstag grundsätzlich nichtswissen wollte, weil er ihm, und mit vollem Recht, den Beruf absprachin die Executive einzugreifen, und darum keine andere Autorität inWien anerkannte als die Stadtbehörde; daß aber andererseits derGemeinderath, dessen eonservative Mitglieder mit ihren eigenen