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II, >3. Hetzcndorfcr Proklamation dom 23, Oktober,
sung der fortwährenden Heransfordernngen der Aufständischen, beidenen die vom Gemeinderath ungeordnete Einstellung aller Feind-seligkeiten völlig unbeachtet blieb. Eine lebhafte Kanonade entwickeltesich nächst der Währinger und Hernalser Linie. Am s. g. Brünnel-feld sausten die Kugeln, fielen Granaten berstend nieder oder sprangenblitzend mehrere Klafter hoch über den Köpfen weg. Es gab daBerwundungen und Tödtungen. Ein Pferd, das einen Karren mitSand schleppte, stürzte von einer Kanonenkugel getroffen nieder. Anden südwestlichen Linien ging es im allgemeinen stiller her. Die Meid-linger Nationalgarden ließen ihre Gewehre, mehr als 60 Stück, aufeinen Wagen laden und in die Stadt führen, zur großen Betrübnisdes Studentenausschusses, der sich über diesen „Act der Feigheit"bitter ansließ; jene aber meinten richtiger, Meidling sei ein offenerOrt, der beim ersten Angriff dem Militär in die Hände fallen müsse.Außerhalb der Mariahilfer Linie ging das Hans „zur Htthnersteige",wie es schien von den Aufständischen selbst angezündet, in Flammen auf.
Nur an einem Punkte der Umfassung Wiens fand ein angriffs-weises Vorgehen der kaiserlichen Truppen statt. Die Brigittenau,bis 1848 der alljährliche Schauplatz des heitersten aller Wiener Volks-feste, wahrer Saturnalien, wo sich nicht selten an 60000 Menschenaller Bevvlkerungsclassen, zu Fuß, zu Pferde, in Miethwägen undEquipagen, im ungezwungensten Bnnterlei durcheinander trieben, bildeteine Landzunge, die mit ihrer Basis an das nordwestliche Ende desAilgartens stößt und, zwischen dem Donau-Canal zur Linken und demzweiten Donauarm - die „kleine Donau", auch das „Kaiserwasser"genannt - zur Rechten sich mehr und mehr verengend, bei Nußdorf,ein paar hundert Schritte unterhalb des Landungsplatzes der Dampf-schiffe, in eine Spitze auslänft. Diese Spitze ist zugleich das Endedes dammartigcn Linicnwalles, der den nördlichen Theil der Land-zunge in zwei Hälften theilt, bis er, erst südwärts, dann am Randedes Augartens südöstlich hinstreichend, von der Taborlinie unterbrochenwird. Der untere Theil der Brigittenau bildet eine eigene Gemeinde,heutzutage bei weitem ausgedehnter und bevölkerter, aber schon da-mals mit mehreren ansehnlichen Gebäuden besetzt; viele Wirthshänserund das „Colosseum" mit einem Tanzsaal und andern Vergnügungendeuteten auf die lebenslustige Bestimmung dieses Schauplatzes. Schongegen den Tabor hin, unmittelbar oberhalb der ersten Fahrbrücke,