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1 (1869) Die Belagerung und Einnahme Wiens October 1848
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14 13. Hetzendorftr Proclamation vom 23. Octobcr.

grätz erstattete, stellte er den Gang derselben ganz anders dar undsagte, der Fürst habe zuletzt erklärt,daß er zu einer Unterhandlungmit einer Commission des Reichstages geneigt wäre", ja ihm sogarhabe durchblicken lassen, daß ersie Wunsche". Die Doppelzüngigkeit,die Pillersdorff bei diesem Anlasse bewies, lieferte einen neuen Beweisvon der unrühmlichen Rolle, welche dieser vielfach begabte, vor denMärztagen allgemein verehrte und beliebte Staatsmann, eine derdamaligen Hoffnungen des nach politischer Freiheit dürstenden Oester-reich, in den Octobertagen spielte'"*).

Die Proclamation des Feldmarschalls vom 23. war mittlerweilein der Stadt bekannt geworden. Thnrn hatte fünf seiner Exemplaredem Gemeinderathe übersandt, die übrigen an den Magistrat, an dasNationalgarde-Ober-Commando, an sämmtliche Bezirks-Chefs undCorpscommandanten geschickt. Messenhauser selbst sahkeinen Grund,dem zwar in seltsamer Weise ausgedrückten Wunsche des Herrn Feld-marschalls nicht nachzukommen", und besorgte die Kundmachung,ohne erst bei Gemeinderath oder Reichstag anzufragen.

Im Schoße dieser beiden letzteren Körperschaften gingen dieWogen stürmischer Beredsamkeit wieder sehr hoch. In der Winter-reitschule war für die Mittagstunde des 24. eine Sitzung anberanmt;sie wurde aber, da inzwischen die neue Proclamation eingetroffen,bis 5 Uhr N.-M. verschoben. Die Galerien, die Diplomaten- unddie Journalisten-Loge waren gedrängt voll und unter athemloserSpannung des Hauses begann Schuselka seine Mittheilnng, die vonden Einen mit anfmcrksamem Schweigen hingenommen, von den An-dern durch laute Zeichen des Ausfallens unterbrochen wurde. DerAusschuß habe, so berichtete Schuselka weiter, unmittelbar nach Em-pfang dieser Proclamation Abdrücke davon nach Olmüzmit der ent-schiedenen Anfrage" gesandt, ob Wessenberg dieselbeals mit con-stitntioneller Freiheit vereinbarlich erkenne und ob er dafür dieVerantwortung übernommen habe". Als die Debatte eröffnet wurde,wollten einige Gemäßigtere es bei dem Proteste vom 22. bewendenlassen. Polacek meinte, das Schriftstück sei durch einen National-gardeofficier überreicht worden; man habe also gar nicht den Beweis,daß es wirklich vom Feldmarschall herrühre. Sadil warnte, die Brückezum Frieden nicht abzubrechen; Wien sei nicht Paris, jede Provinz