Deputationen ini kaiseelichcn Hauptquartier.
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werde. Er drückte sodann sein Bedauern aus, gegen die Stadt Ge-waltinaßregeln anordnen zu müssen, und erklärte, es liege ihm derGedanke fern, von den Errungenschaften bis zum 26. Mai etwasanzntasten. Er sei überzeugt, daß nur ein geringer Theil der Bevöl-kerung an den Ereignissen Schuld trage; „die gutgesinnten Bürger",fügte er bei, „sollen zusammentreten und mir zeigen, daß sie ernsteilWillens sind, mich in der Entwaffnung des gefährlichen Proletariateszu unterstützen." Zuletzt ließ er durch einen seiner Adjutanten demParlamentär 100 Exemplare der neueil Proelamation überreichen,deren unverwcilte Verbreitung er ihm an's Herz legte. „Die Ent-lassung war so", sagte Thurn in seinem Berichte an den Gemeinde-rath, „als ob ein Vater sein Kind entließe."
Am folgendenTage, 21., fand sich auch Pillersdorff im kaiser-lichen Hauptquartier ein. Er kam mit Wissen des Reichstagsaus-schusses, doch nicht in dessen Auftrag und Vollmacht; „er sei", sagteer, „nicht ermächtigt Anträge zu stelleil; er erscheine als Friedensbote,um Schonung und Milde für die hartbedrängte Stadt zu erbitten;ihm scheine das unmittelbare Einrücken der k. k. Truppen in Ver-bindung mit einer beruhigenden Proelamation als das geeignetsteMittel, eine Unterwerfung mit Vermeidung größerer Zerstörung undbeklagenswerther Verluste zu erzielen; der Fürst wolle, da seine (Pillers-dvrfs's) Mission eine bloß eonfidentielle sei, mit einer Deputation desReichstages die Angelegenheit näher besprechen." Pillersdorff war derletzte Mann in Wien, mit welchem Windischgrätz in vertraulichen Ver-kehr zu treten gesonnen war. Auch wurde er schroffer abgefertigt,als einer der früheren Sendboten. „Mit Rebelleil werde ich nichtunterhandeln", erwiederte der Fürst; „meine Bedingungen sind inden voll mir erlassenen Proelamationen enthalten. Ich muß aufUnterwerfung bestehen, die ich, wenn sie nicht freiwillig erfolgt, mitGewalt durchsetzen werde. Mein Haus (in der Nenngasse) wird unterden ersten sein, die den Angriffen und der Plünderung ansgesetztsind; doch kann mich das nicht abhalten, mit Nachdruck und Strengevorzngehen, falls meine Warnungen unbeachtet blieben. Ich habedie Pflicht, die Truppen des Kaisers zu schonen und will sie nichtohne Roth den Gefahren eines Straßenkampfes preisgeben."
Als Pillersdorff, in die Stadt zurückgekehrt, am nächsten Tagein der Winterreitschule Bericht über seine Verhandlung mit Windisch-