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1 (1869) Die Belagerung und Einnahme Wiens October 1848
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172 II 12. Truppenbcwcgmigen und Scharmützel am 23. October.

nun fast ganz geleert; nur eine kleine Abtheilung Reiterei blieb nochbei Jedlersee zurück.

Den Aufständischen entging nicht die bedrohliche Rührigkeit, diesich im kaiserlichen Lager kundgab, und schon im Laufe des Vormit-tags wurden die Cernirungs-Truppen von mehreren Punkten desLinienwalles und der Thore beschossen, so daß sie zu Gegenmaßregelnschreiten mußten. Von Ottakring fuhren einige Geschütze hinter denBüschen von Unger's Casino auf und begannen eine Kanonade gegendie Hernalser Linie. Auf dem Walle war noch friedsam Wäsche auS-gehangen; ein Dienstmädchen lief, voll Aerger überden Windisch-grätz" unddas dumme Herschießen", hinaus sie abzunehmen undkehrte, von allgemeinem Gelächter und Bravorufen empfangen, un-versehrt mit ihrer Beute zurück. Noch größere Keckheit bewies einRudel Gassenjungen, die auf die Bemerkung einiger Garden, daß esgut wäre, die quer durch's Feld laufenden Zäune zu entfernen,auf Brettern über- den Liniengraben rutschten und mit Hauen undSchaufeln das Zerstörungswerk begannen, während eine Abtheilungkaiserlicher Jäger mit aufgehobenem Gewehr kaum zweihundert Schrittevon ihnen fluchend dastand; erst als diese näher rückten, kehrten dieBurschen um und kletterten gewandt wie Katzen über die Ziegelver-kleidung des Walles zurück.

Ernster ging es vor der Nußdorfer Linie her. Der Wall warhier von Legionären, Mobilen, Garden, bewaffneten Proletariernbesetzt, die schon um 10 Uhr V.-M. die Soldaten in Ober-Döblingbeunruhigten; ihre Geschütze waren aber so schlecht geleitet, daß dieKugeln mehrere hundert Schritte hinter dem Militär in die Häuserund Straßen des Ortes flogen und kaum einige Dachziegel herunter-schlugen. Gleichzeitig wurden die am Donaucanal postirten Truppen,zwei Compagnien Heß, von der kleinen Nußdorfer (Wasser-) Liniedurch eine Abtheilung Aufständischer angegriffen und aus gut be-dienten Kanonen beschossen. Auch die Vorposten der Brigade Wyßam Ufer der Schwarzen-Lacken wurden von der Brigittenau, jenebei den Donaubrücken vom Tabor aus auf's Korn genommen. Na-mentlich am letztern Punkte und in der Spittelau schien das Gefechtgrößere Verhältnisse annehmen zu wollen. Mittags ertönte von denThürmen der Leopoldstadt, des Lichtenthals, der Alservorstadt undRossau Sturmgeläute; die Alarmtrvmmel wirbelte durch die Straßen.