Zustände und Stimmungen.
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mit Gewalt zu Grunde richten wollen!"^). Die blinde Leidenschaftereiferte sich gegen alles, was dem Monarchen und seinem Hause ge-hörte. Sie sah in der Hofburg nur das Privat-Eigenthum des Kaisers,woran man für die Soldaten, die er gegen Wien schicke, Rachenehmen wolle; sie bedachte nicht die darin aufgespeicherten unermeß-lichen Schätze der Geschichte, der Kunst, des Wissens, deren Benützungein Gemeingut der ganzen gebildeten Welt sind. Sie hatte an denLebenden nicht genug, sie wollte es selbst den Verstorbenen entgeltenlassen. Am 23. kam ein Haufe gemeinen Volkes, meist aus den ent-legensten Vorstädten, auf den innern Burgplatz und stürmte auf dieFranzensstatue los, von der ihn eine von der Reichstags-Permanenzzum Schutze der Hofburg requirirte Abtheilung Mobilgarden vergebenswegzudrängen suchte. Einige starke Kerle kletterten die Statue hinan.„Bravo", rief der Haufe; „reißt ihn herab! Herunter muß er!" Alsdas trotz aller Kraftanwendung nicht gehen wollte, begann die zumTheil mit Aexten und Hauen bewaffnete Meute ihre Wuth an denmetallenen Verzierungen auszulassen, die sie sinnlos herunterschlug.Zuletzt gelang es einem jungen Akademiker mit der Frage durchzu-dringen: „Habt ihr nichts besseres zu thun, als euren Muth anTodten zu kühlen?" Die Leute gingen auseinander. Ein bärtigerMaschinenarbeiter aber brummte: „Laßt den nur reden! Die ersteKanonenkugel, die in die Stadt fliegt, und ihr werdet ganz andereDinge sehen! An allen Enden muß das Haus da brennen, daß manBarricaden aus seinen Steinen bauen soll. Die Kapucinergrust mußauf, und hinaus ans dem Keller müssen alle Särge; eher wird nichtRuh"""). Mf die Nachricht von diesem Vorfälle boten sich Gardenvom Künstler-Corps freiwillig an, die Bewachung der Burg, ihrerDenkmale und reichen Sammlungen zu übernehmen; eine bei 130 Mannzählende Abtheilung versah diesen Dienst.
Ungeachtet solch drohender Wahrzeichen einer täglich ungestümersich geberdenden Verhöhnung alles Rechtes und Gesetzes gab man sichin der Winterreitschule noch immer das Ansehen, als seien es bloßdie Gewaltthaten des Fürsten Windischgrätz und seiner Armee, dieman zu fürchten habe. Der Entwurf eines Gesetzes über die Unver-letzlichkeit der Reichstagsabgeordneten, der für den 23. an die Tages-ordnung geschrieben war, schien nur nach jener Seite hin gerichtetzu sein; die verschiedenen Redner, Schuselka, Pillersdorf, Goldmark,