Einschließung Wiens.
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heit fort. Zwei von Linz herbeigeführte Dampfschiffe brachten amMorgen des 23. den Rest der Truppen Chizzola's auf das rechteUfer. Die Brigade bezog ein Lager bei Breitensee, besetzte Neu-Lerchenfeld und Ottakring und schob kleinere Abtheilungen von dereinen Seite gegen Hernals, von der andern gegen Fünfhaus vor.Am linken Donauufer hielten die Truppen des Generals Wyß Flo-ridsdorf und die Schwarze-Lacken-Au besetzt; die beiden theilweisebeschädigten größeren Taborbrücken wurden wieder in Stand gesetzt,ihre Zugänge durch aufgepflanzte Kanonen gedeckt.
Die am rechten Ufer des Donaucanals gelegene Stadt war jetztauf Schußweite vollständig eingeschloffen. Nachts zog sich in weiten!Umfange um die ganze Ausdehnung der Vorstädte ein Kreis vonWachtfeuern herum, dem ein zweiter kleinerer, an den Linienthoren,im Belvedere und Schwarzenberggarten, und ein dritter auf denBasteien der innen: Stadt das Gegengewicht zu halten schienen. DerPersonenverkehr zwischen den nordwestlichen Stadttheilen und dennächsten Ortschaften hörte darum nicht gänzlich auf; selbst Fuhrenmit Lebensmitteln gelangten inner die Linien, und nicht das Militär,sondern das unaufhörliche Schießen der Aufständischen war es, waszuletzt die furchtsamen Milchmädchen aus der Nähe der Stadt triebDagegen waren die von Süden nach der Stadt führenden Straßenvollständig gesperrt. Auersperg, dessen Truppen früher von der Stadtversorgt wurden, sah sich genöthigt, als jene Quelle versiegte, alleLebensmittel-Transporte für den eigenen Bedarf in Beschlag zunehmen""). Eben so war der Verkehr mit dem Marchfelde voll-ständig abgeschnitten. An der Taborlinie, wo sonst Tausende vonFuhrleuten, Marktfahreru, Viehtreibern sich durcheinander drängten,lagen jetzt die unbeschäftigten Finanzwächter schläfrig auf den Bänken.
Im allgemeinen hatte in deg ersten Tagen alles mehr einengemüthlichen Anstrich; man schien städtischerseits an de:: vollen Ernstder Sache noch nicht recht zu glauben. Die Vorposten sahen ruhigoder sich gegenseitig neckend auf einander hinüber, oder man rücktewohl gar, wenn einem fidelen Lerchenfelder oder Lichtenthaler dasstundenlange Stehen zu langweilig wurde, auf Schußweite einandernäher, drückte wie verabredet wechselweise gegen einander los und zogsich, wenn der Zweikampf beiderseits unblutig abgelausen war, wiederin die frühere Vorpostenstellung zurück^). Mitunter trieb wohl