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1 (1869) Die Belagerung und Einnahme Wiens October 1848
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Aufmarsch Ramberg's von Nußdors bis Währing. 155

Heerde Hornvieh weiden; etwas rückwärts war die Nachhut und eineAnzahl Packwagen zu erblicken.

Am selben Tage, 21., vollendete am rechten Ufer des StromesF.-M.-L. Ramberg seinen Aufmarsch. Ju Klosterneuburg ließ er dieGarden ausrückeu, ermahnte sie wie bisher Ruhe und Ordnung auf-recht zu halten, und da er in sie dieses Vertrauen setze, so belasseer ihnen ihre Waffen. Oberst Simbschen brach von Königstetten auf,marschirte über das Gebirge nach Pötzleinsdorf und Gersthof, wo er9 Uhr Abends eintraf und die Nationalgarden ihre Waffen abliefernhieß, und schob seine Vortruppen bis Weinhaus und Währing vor.Ihm zur Linken dehnte General Parrot seine Stellung, deren Mittel-punkt die beherrschende Höhe der Türkenschanze bildete, bis an denDonaucanal aus. Das 3. Bataillon Reisinger kam nach Döbling zustehen; eine Compagnie hielt Heiligenstadt besetzt. Die DöblingerVolkswehr hatte vom Wiener Ober-Commando die Weisung empfangen,sich beim Anmarsch kaiserlicher Truppen entweder in die Stadt zuziehen oder ihre Waffen dahin in Sicherheit zu bringen. Statt dessenhatte sie die Gewehre in ihr Gemeindehaus getragen und der Orts-richter wollte, als das Militär einmarschirte, die Schlüssel dem com-mandirenden Stabsofficier einhändigen; der jedoch nahm das Aner-bieten nicht an, sondern erklärte,es sei ihm nur darum zu thun,Conflicte seiner Soldaten mit der Bevölkerung zu vermeiden, fürwelchen Zweck er seinerseits alles aufbieten wolle". Die Truppenwurden mit Freudenrufen empfangen und ließen dafür als GegengrußalleSchwarzgelben" leben. Das beste Loos war denen auf derhohen Warte zugefallen. Der Besitzer Grandjean bewirthete die ganzeMannschaft, seine Familie und die anwesenden Gäste wetteiferten, sieauf's beste zu bedienen; die Ofsiciere speisten am Familientische desGastgebers; alles hatte ein heiteres Ansehen. Auch wo es den ab-gemüdeten und ausgehungerten Kriegern nicht so gut erging, hatteman über sie nicht zu klagen. Eine gefühlvolle Wiener Dame, diesich während der Octobertage nach Döbling zurückgezogen, versicherte,daß die gefürchteten Soldaten, auf deren Schultern so mancherWühler sich nicht scheute Plünderungen aller Art zu laden, nichteinmal wagten eine Blume abzureißen. Ehe sie zum Kampfe aus-zogen, blieben einige vor einem Nosenbeete stehen; doch bevor sie nicht