Deputationen und Adressen aus Wien.
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um dem dermalen herrschenden gesetzlosen Zustande ohne Zeitverlustein Ziel zu setzen", Stadt, Vorstädte und Umgebung in Belagerungs-zustand erklärte, sämmtliche Civil-Behörden unter die militärischeAutorität stellte und gegen die Uebertreter seiner Verfügungen dasStandrecht aussprach. „Ermannt Euch", rief er den „Wohlgesinnten"zu, „folgt dem Ruse der Pflicht und der Vernunft! Ihr werdet inmir den Willen und die Kraft finden, Euch aus der Gewalt einerHandvoll Verbrecher zu befreien und Ruhe und Ordnung wiederherzustellen."
Um dieselbe Zeit, wo das kaiserliche Hauptquartier in Lunden-burg ankam, befand sich eine Deputation des Wiener Gemeinderathsauf dem Wege nach Olmüz. Die vom 18. datirte Adresse erbat vomKaiser die Entfernung der Armee des Banns von Kroatien und dieHerbeiziehung „volkstümlicher Militärkörper" nach Wien, wo diesel-ben wieder „in einer der bisherigen Gepflogenheit entsprechendenWeise" vertheilt werden mögen, „auf daß der Verkehr der Stadtnicht mehr gehemmt werde". Gleichzeitig hatte die Volkswehr Wiensim Verein mit den aus Brünn, Grätz und Linz herbeigekommenenGarden eine Deputation gewählt, der Messenhauser den Chef seinesGeneralstabs beigesellte; ihre Adresse verlangte, „daß die HerrenGeneräle Jelacic und Windischgrätz nicht nach Wien kommen und dieLinienregimenter Nassau, Latour sowie auch Wrbna-Chevanxlegersnicht die Garnison von Wien beziehen", welche letztere, unter demGrafen Auersperg stehend, überhaupt die Zahl von „10000 Mannin allem nie übersteigen möge."; die Volkswehr sei durch „ein vomReichstage sogleich, wenigstens provisorisch zu erlassendes Gesetz" neuzu regeln rc. Ihren Bitten in Olmüz größeren Nachdruck zu geben,war von der Wiener Stadtbehörde auch eine Sendschaft nach Frank-furt, bestehend aus dem Vorsitzenden Bondi und den GemeinderäthenHuber und Götz, beschlossen worden, die den Erzherzog Reichsverweserum „schützenden Einfluß" für seine „zweite Vaterstadt" anzugehenhatte. Der Reichstag aber wandte sich an die „Völker Oesterreichs",forderte ihr Vertrauen zu den von ihnen gewählten Vertretern herausund rief sie auf, den Kaiser zu beschwören, „daß er durch Einsetzungeines neuen volksthümlichen Ministeriums, durch Zurückziehen derTruppen aus Niederösterreich, durch Beeidigung des Militärs ausdie freien Volksrechte der Stadt Wien und dem Reiche den Frieden