II.
Wer es vermöchte, so zu sagen, den tcle-skopischen Blick für die Gesammtüberschan unddabei den mikroskopischen sür das Einzelne undKleine zu halten und zu bewahren, der alleinkönnte ein wahrhaftes und lebensvolles Bildder Geschichte liefern.
Auerbach, Tagebuch ans Wien. S. 158.
10 .
Am 19. October Nachmittags verließ Windischgrätz die mährischeHauptstadt und traf Abends in Lundenburg ein, in dessen alterthüm-lichem Schlosse er seinen Sitz aufschlug. Grenadiere von Palombinibildeten seine Leibwache, Nachts in malerischen Gruppen um großeWachtfeuer gelagert und verwundert auf zwei riesige Serezaner hin-überblickend, die General Zeisberg, vom Banus dem Fürsten entgegen-gesandt, als Begleitung mitgenommen hatte. Im Hauptquartier desFeldmarschalls befanden sich Oberst Schobeln für die Geschäfte derGeneral-Adjutantur, Major Lang für die einstweilige Leitung derOperations-Kanzlei, G.-M. Dietrich von Herrmannsberg als General-Artillerie-Director. Der definitive Posten des Generalquartiermeisterswar dem G.-M. Grafen Nobili zugedacht, dessen Ankunft aus Frank-furt a. Nt. mau jeden Tag erwartete; bis dahin wurde Zeisbergvom Feldmarschall für diesen Zweck zurückbehalten.
Am 20. Oktober erließ Windischgrätz einen Aufruf „an dieBewohner Wiens", worin er, „mit allen Vollmachten ausgerüstet,