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1 (1869) Die Belagerung und Einnahme Wiens October 1848
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I. 6. Die militärische» Leiter der VertheidigUlig Wiens.

Philipp Freiherrn Fenner von Fenneberg, Zögling der Wiener-Neustädter Militärakademie, war 1837 als Cadet in die kaiserlicheArmee getreten, deren Reihen er jedoch, bereits zum Officier beför-dert, 1843 wieder hatte verlassen müssen. Eine Schrift, die er 1847überOesterreich und seine Armee" veröffentlichte, zeugte eben so sehrfür seinen Geist, seine Auffassungsgabe und seine Fähigkeiten, alsfür den unversöhnlichen Widerspruch, in den er mit den Einrichtungenseines Vaterlandes gerathen war. Ec verließ es und ging nachSüddeutschland, um nach Ausbruch der achtundvierziger Ereignissewieder nach Oesterreich zurückzukehren. In der ersten Hälfte Octvberfinden wir ihn unter jenen, die in den Reihen der Legion für dieErhebung Messenhauser's zum Ober-Kommandanten thätig waren.Gleich beim ersten Erscheinen Messenhauser's in der Stallburg befandsich Fenneberg in dessen unmittelbarer Nähe, aus der er sich nichtmehr entfernte. Er ließ sich zu dessen Feld-Adjutanten ernennen; ervertrat in Abwesenheit von Messenhauser's Geueralstabs-Chef dessenStelle; von ihm gingen, wenn von den Beiden keiner am Platze war,alle Befehle aus. Der Ober-Commandant hatte sich dieser Nähe nichtzu freuen. Fenneberg war Messenhauser's böser Genius. Währender den Ober-Commandanteu bei jeder Gelegenheit zu Maßregelndrängte, die der milderen Natur desselben nicht zusagten, und man-ches gute, was dieser anstrebte, Hintertrieb, suchte er gleichzeitig dessenStellung zu untergraben und ihn beim Studentenausschüsse, mitwelchem Feuneberg in unausgesetztem Verkehr blieb, um Vertrauenund Ansehen zu bringen Feuneberg blickte mitleidsvoll auf Messen-hauser's Fähigkeiten herab, dessen ganze Stärke im papierenen Ge-schäft, in Dienst- und Stand-Tabellen, in Tagesbefehlen über Feder-büsche und Feldbinden bestanden habe; er hielt noch weniger auf ihnals Politiker; Messenhauser war ihmein freisinniger Privatmann,aber kein Demokrat".

Wenn Meffenhauser seinem Feld-Adjutanten ein Gegenstand desMitleids, so war ihm der alte Polengeueral, wie schon erwähnt, einerdes Unmuths. Fenneberg fand an Bem alles zu tadeln und machtekein Hehl daraus, daß er ihnim Interesse Wiens gern anderwärtsgesehen hätte". Er spöttelte über Bem'sLeidenschaft für Ausfälle"und hatte darin insofern nicht Unrecht, als dieß bei der Ungeübtheitder Aufständischen in der That nur nutzlos Leute opfern hieß. Kennt