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I. 6. Die militärischen Leiter der Vertheidigmig Wiens.
Windischgrätz abschickte; aber immer lag dabei das Bestreben zuGrunde, wo möglich einen andern Ausweg als den gewaltsamen Zu-sammenstoßes zu finden. Gegen nutzlose Härte und Grausamkeit,gegen Zügellosigkeit und Ausschreitungen seiner Untergebenen hatsich Messenhauser jederzeit ausgesprochen, mit aller Kraft, freilich nurdes Wortes, nicht der That, wie das überhaupt in der Natur desurplötzlich zum Oberbefehlshaber beförderten Novellenschreibers lag.Einem der polnischen Hetzer, der da vorschlug aus Wien ein Sara-gossa zu machen, erwiederte Messenhauser: „Mein Herr, Sie habenfür diese Stadt kein vaterländisch Herz." Seines scharfen Erlasses„Wegen Plünderung" wurde schon gedacht, und eben so entschiedensprach er sich gegen die ohne sein Vorwissen angeordneten Nach-forschungen in Privat-Wohnungen aus; „das Haus eines Bürgersist seine Burg", sagte er, und hielt sich dabei über die „vielerlei De-nunciationen" von „volksgefährlichen Personen" aus, die „fast nie-mals zu einem Ergebnis geführt" hätten (21.) Wenn er über einenzu seiner Kenntniß gebrachten Unfug voll Entrüstung ausrief: „Gar-den, und nicht Männer vom besinnungslosen Pöbel, waren dabei be-theiligt" (16.), so war das mit einem Muthe gesprochen, den manunter den damaligen Umständen sogar unklug nennen konnte. Inder Zeit, wo alles wider Messenhauser losstürmte, wie ihn kurz zuvoralles vergöttert hatte, tauchten auch Zweifel über seine Geldgebah-rung auf. Messenhauser erhielt für seine Person täglich 200 fl. undhatte noch andere Summen zur Verfügung. Es gab welche im Ge-meinderath, die da meinten, daß dieß ganz übermäßige Beträge seien,und die, als eines Tages Messenhauser einen Zuschuß verlangte, denAntrag stellten, er solle früher über das Rechnung legen, was erbereits empfangen. Gewiß ein ganz begründetes Verlangen untergewöhnlichen Umständen; allein im damaligen stürmischen Drangeder Ereignisse und einer so unweltläufigen Natur wie Messenhausergegenüber, hieß dieß etwas unmögliches fordern. Auch steht es nachallem, was wir über sein Wesen und Handeln wissen, wohl außerZweifel, daß er für seinen eigenen Vortheil nichts beiseite geschaffthat. Messenhauser zeigte sich vom ersten Augenblicke, da er überreichlichere Geldmittel zu verfügen hatte, mildthätig und freigebignach allen Seiten. Wenn er an den Linien erschien, die Vertheidigungs-anstalten zu besichtigen, spendete er mit vollen Händen, um die Gar-