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I. 6. Die militärischen Leiter der Lertheidigmig Wiens.
Spitzhitl, Commandant der Natioualgarde-Artillerie, waltete kauineinige Stunden, als er von den Wortführern der akademischen Legionund von aufgehetzten Volkshaufen als „Schwarzgelber" und Ver-räther an der „guten Sache" zur Abdankung genöthigt wurde. Sogerieth man zuletzt auf Messenhauser, auf den einige galizische Ab-geordnete, die ihn von den Lemberger Märztagen her kannten, dieReichstags-Permanenz aufmerksam gemacht zu haben scheinen. Auchdie Partei des „Radicaleu", Becher und Jellinek, dann Fenneberg,Simon Deutsch, Hrabovskh, Wessely wirkten für Messenhauser undwußten namentlich die akademische Legion für ihn zu gewinnen.Unter den Offieiereu der Nationalgarde herrschte die Sehnsucht nachBeendigung der anarchischen Zustände vor und sie waren darum fastausnahmslos für Messenhanser's Vorgänger, der seinen festen Willenerklärt hatte, „die Urheber der letzten Ereignisse von den Gutgesinn-ten zu trennen und durch letztere im Zaum zu halteu". Doch geradedas Schicksal Spitzhitl's hatte ihneu gezeigt, daß mit Pläuen solcherArt uicht durchzudringen sei, und so ließen sie sich zuletzt Messen-hauser gefallen, der sich bald unschädlicher zeigte, als der ihm voraus-gegangene Ruf eines Mitgliedes des demokratischen Clubs und über-spannten Kopfes erwarten ließ. Am 14. October stellte Messenhauserseinen Generalstab zusammen. Als Stellvertreter in seiner Abwesen-heit fungirten Schaumburg, Commandant des Bürger-Regiments,N.-G. Hauptmann Thuru, Chef des 111. Bezirks fKärntnerviertel),und Aigner, Commandant der akademischen Legion; Vorstand derHaupt-Adjutantur wurde Moriz Schneider, Vorstand der Feid-Ad-jutantur Fenneberg, Chef des Generalstabes Ernst Hang, Directorder Artillerie Jelowicki, Vorstand des Platz - Commando Baron duBeine.
Messeuhauser hat als Ober-Commandant der Wiener National-garde nicht viel gehLndelt, aber desto mehr geredet und geschrieben.Was er im letzteren Fache leistete, gräuzte an das unglaubliche. Tagfür Tag waren die Straßenecken mit neuen Kundmachungen aus sei-ner Feder, mitunter sehr weitläufigen, angeklebt, so daß Fennebergmeinte, es seien in den Octobertagen „mehr Rieß Papier verdrucktals Kanonenkugeln abgefeuert worden, obgleich letztere sich in dieTausende beliefen". In der ersten Zeit wußte man ihm Dank dafür,daß er anstatt der früheren „corporalsmäßigen Tagesbefehle" durch