Wenzel Messenhauser.
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politischen Vorgänge jener bewegten Tage mischte, sich bei Deputa-tionen an den Landes-Gouvernenr verwenden ließ n. dgl. Von demCommandirenden Baron Hammerstein vorgeladen, erhielt er den Be-fehl, augenblicklich zum dritten Bataillon nach Wien abzureisen, gab,dort angekommen, seine Quittirung ein, weigerte sich vor dem Platz-coinmando in Uniform zu erscheinen — denn er könne nicht längerdie äußeren Abzeichen einer Körperschaft tragen, deren Dienst seine„tiefsten Ueberzengungen stündlich in die größte Gefahr zu setzen dieLage hat" — und mußte dafür drei Tage Profosenarrest im Stabs-stockhause absttzen^). Am 31. März darauf wurde sein Ausscheidenaus deni Militärdienste gegen Ausstellung des üblichen Reverses„weder gegen das allerhöchste Erzhaus noch gegen dessen Alliirte zufechten" bewilligt. Schon gegen Ende März begann er bei Tendiereine politische Zeitschrift: „Die Volkstribüne".in zwanglosen Heftenerscheinen zu lassen. Im April brachte die Olmüzer „Neue Zeit"bei Gelegenheit der Abgeordnetenwahlen nach Frankfurt eine An-sprache Messenhauser's an die Wähler seines Geburtsortes Proßnitz,die keinen weitern Erfolg hatte. Von da zog er sich, ohne an irgendeinem der Ereignisse des Tages hervortretenden Antheil zu nehmen,auf das Gebiet literarischen Wirkens zurück und schien „in der fastsiedlerischen Einsamkeit eines Schriftstellerthums" ein längst ersehn-tes Glück gefunden zu haben. Der „staatsbürgerliche Rechtsschatz"und der „politische Rechtsschatz des deutschen Volkes", gemeinfaßlicheNachschlagebüchlein über die gangbaren Worte und Begriffe des Ta-ges. stammen aus dieser Zeit; den meisten Erfolg aber hatte dasSchriftchen: „Wie muß eine Nationalgarde exerciert werden?", dasrasch nach einander sechs Auflagen erlebte 5") und seinen Namen,wenn auch nicht seine Person, in den Kreisen der Wiener Volkswehrvielfach bekannt machte.
Die Wiener Nationalgarde hatte in den Octobertagen mit ihrenOber-Commandanten nicht viel Glück. Streffleur, an seinem Lebenbedroht, hatte sich mitten in den Gräueln des 6. zurückgezogen; derungeschlachte Scherzer, der gar nichts mitbrachte was zu einem sol-chen Posten gehörte, hielt sich kaum ein paar Tage; Braun, früherk. k. Hauptmann und mit Bewilligung seiner Vorgesetzten zur National-garde übergetreten, legte seine Stelle, die ihm durch Verdächtigungenaller Art verleidet wurde, in kürzester Zeit nieder; sein Nachfolger