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I. 5. Fürst Alfred Windischgrätz.
den schien, ausrücken müssen; doch zuletzt hatte es immer wieder ge-heißen: „alles bewilligt", worauf sie unverrichteter Dinge, ja unterSpott und Hohn ansgelassener Massen in ihre Kasernen zurückgeführtworden waren. Allen Ingrimm, den seit Monaten ihr militärischesEhrgefühl angesammelt hatte, trugen sie jetzt gegen das aufständischeWien. Der Truppenstand des mährischen General-Commandos wardurch vielfache Entsendungen nach Italien, und in den letzten Wochennach Preßburg bereits sehr geschwächt; dennoch ließ Fürst Neußneuerdings drei Bataillone und die Majorsdivision von Auersperg-Kürassieren aufbrechen. Er würde sich in Person unter die BefehleWindischgrätz' gestellt haben, wenn ihn nicht der Aufenthalt deskaiserlichen Hoflagers im Lande und die unruhige Stimmung derHauptstadt zurückgehalten hätten; das ihm vom Oberfeldherrn zuge-dachte Armeecorps-Kommando übernahm Graf Serbelloni. Schlicksandte aus West-Galizien 4 Bataillone, die Oberstlieutenant-Divisionvon Carl-Chevauxlegers und eine Kavallerie-Batterie. Das l. Ba-taillon Schönhals und das 1. Parma waren schon ein paar Tagefrüher, am 4., von Krakau mit der Bestimmung ausmarschirt, sich inSchloßhof an der Gränze von Ungarn zu sammeln. Ebenso warauf Latour's Veraustaltung General Simunic mit 5 Bataillonen,2 Escadronen und 2 sechspfündigen Fuß-Batterien bereits AnfangOctober von Dukla aufgebrochen, von wo er ursprünglich in Ungarneinzurücken und von Kaschau her die Unternehmung des Banus gegenBuda-Pest zu unterstützen hatte; die Nachricht von den WienerEreignissen und die von Windischgrätz nach Galizien gelangten Mit-theilungen brachten es jedoch von diesem Befehle ab, und Simunicmarschirte westwärts gegen Zywiec sSeypusch), um sich fortan nachden Weisungen des Commandirenden von Böhmen zu richten.
Den gegen Wien beorderten Truppenkörpern blieb keine Zeit zulangen Vorbereitungen; heute kam der Befehl, den andern, längstensden dritten Tag mußten sie aus ihren Friedens-Stationen abmarschiren.Nur der geringere Theil konnte von den Bahnlinien Gebrauch machen,die durch Mähren in das Marchfeld führten und die überdieß vonallerhand Transporten so stark in Anspruch genommen waren, daßmitunter Abtheiluugen nebenher den langsamen Weg zu Fuß nehmenmußten. Biele der aus Böhmen marschirenden Truppenkörper schlu-gen die Richtung über Tabor nach Horn oder über Kamenic und