Aufmarsch der böhmischen Armee.
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unsrem Commandirenden gehen wir freudig, wohin er uns führt, undwär's in die Hölle!" —; sondern es schlug zugleich die langersehnteStunde der Befreiung aus einer Unthätigkeit, in welcher der Soldatmit verschränkten Armen'dem tollsten Treiben rings um ihn hattezuseheu müssen; es war das aufregende Gefühl, für all die Schmachund Unbill, die er seit Monaten in Wort und Bild hatte hinnehmeumüssen, endlich mit den so lange Zeit müßig gehaltenen Waffen Ver-geltung üben zu können. Und gegen Wien ging es, von dessen Aulaalles Unheil seinen Ausgang genommen und stets neue Nahrungerhalten; gegen Wien, wo „Borrosch und Löhner" mit verbrecherischemTreiben auf den Sturz der Monarchie losarbeiteten, um wüstesrepublikanisches Wesen an deren Stelle zu setzen^); gegen Wien,dessen unwürdiger Reichstag für die herrlichen Waffenthaten deritalienischen Armee, statt des vom Abgeordneten Selinger beantrag-ten Dankes, nur Hohn und Lachen hatte! Latour war bei seinenLebzeiten im allgemeinen wenig beliebt, von den meisten kaum ge-kannt ; aber er war Soldat, wie sie, er war Kriegsminister, und dasschmachvolle Ende, das ihm bereitet worden, schrie um Rache in derganzen Armee, deren ruhmvolle Farben in der Reichshauptstadt zumspöttischen Stichwort herabgewürdigt wurden. Diese Anschauungenund Gefühle gingen bis zum gemeinen Mann hinab, und wenn sievon manchen heißblütigen Officieren noch unterhalten und geschürtwurden, so gab es andere besonnenere Männer unter ihnen, denenvor der Stunde bangte, wo ihre Soldaten, einmal von der Kampfes-wuth ergriffen, nicht würden zu halten sein. Die Nationalität machtehierin keinen Unterschied, und wenn man Deutschland von Wien ausglauben machen wollte, die „slavischen Horden" seien es allein, derenRache die Stadt preisgegeben werde, so erfuhr man noch bevor eszum Waffenspiel kam, daß die deutschen Elemente des kaiserlichenHeeres die slavischen an erbittertem Drang, sich mit den Aufständischenzu messen, wohl noch überböten
Ungefähr dasselbe war von den Truppen zu sagen, die ausMähren und Galizien kamen. Die meisten derselben hatten, währendsie seit den Märztagen von allen Seiten Waffengetöse vernahmenund von kriegerischen Ereignissen hörten, bei täglicher Aufreizung vonder radicalen Seite unthätig ausharren, hatten endlose Bereitschaftendurchmachen, wohl auch ein und das andere mal, wo es Ernst zu wer-
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