Druckschrift 
1 (1869) Die Belagerung und Einnahme Wiens October 1848
Entstehung
Seite
85
Einzelbild herunterladen
 

Aufmarsch der böhmischen Armee.

85

Deutschbrod nach Jglau und Znaim ein. Wo es anging, wurde Bor-spann zu Hilfe genommen; größtentheils aber mußten die Beine her-halten, was sich bei den tagelang anhaltenden scharfen Märschen baldfühlbar machte: ehe man an's Ziel kam, waren viele Schuhe gesprungenund zerrissen. Herbstnebel und fröstelnde Nächte vermehrten die Be-schwerden des Marsches. Die in Bndweis, Tabor und Pisek dislo-cirten Bataillone, zu denen zwei Divisionen Ficquelmont-Dragoneraus Bischofteinitz und Taus zu stoßen hatten sie trafen am 15.in Bndweis ein, erhielten Befehl, in Eilmärschen nach Krems undStein aufzubrechen, von da nach Mautern die Donau zu übersetzen,längs des Stromes in das Tulnerfeld hinabzurücken, sich des Ueber-gangs bei Klosterneuburg zu versichern und sodann Wien von derKahlenberger Seite abzusperren. Da G.--M. Prinz Hohenlohe erkranktwar, übernahm F.-M.-L. Ramberg freiwillig den Befehl über dieBudweiser Brigade, und erreichte mit derselben am 17. und 18.Krems, wo er bereits den Obersten Pott antraf; auch die vom Ge-leite der Kaiserreise zurückkehrenden Truppen des Generals Parrottrafen in Krems ein, die Ramberg nun gleichfalls unter seinen Be-fehl nahm. Der Hauptsammelpnnkt der übrigen aus Böhmen, sowieder aus Mähren und Galizien anrückenden Truppen war Lunden-bnrg, wo Tag für Tag neue Abtheilungen eintrafen. Die Tele-graphenverbindung nach Wien war gesperrt, die nach Prag undOlmüz vom Militär in Beschlag genommen; den Bahnhof hieltenSoldaten vom Regiment Khevenhüller besetzt; jeder ankommende Zngwurde von ihnen angehalten, auf's genaueste durchsucht, bei Civilistenvorfindige Waffen in Beschlag genommen. Am 16. ging auf Befehldes Feldmarschalls der Graf Bellegarde mit 1 Bataillon, 4 Esca-drons, 1 Compagnie Sappeurs und 1 reitenden Batterie an die untereMarch zur Auskundung der ungarischen Gränze ab. Ebenso kamBefehl, die Donau von Wien abwärts zu sperreil; General Whßließ für diesen Zweck Stand-Batterien auf der Lvbau errichten.Oberst Schön in Klosterneuburg wurde von Whß verständigt, seinePioniere für den Bau von einer oder zwei Brücken über die Donauin Bereitschaft zu halten. Simunw, der mittlerweile in dem Winkeldes Wadvwicer Kreises zwischen der Tatra und dem Jablunka-Paßeingetroffen war, erhielt von Olmüz aus die Weisung, in Ungarn ein-zurücken und durch einen Marsch auf Preßburg die Unternehmung der

.W