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1 (1869) Die Belagerung und Einnahme Wiens October 1848
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I. 5. Fürst Alfred Windischgrätz.

sönlichem Erscheinen gehindert, seinen Neffen Alois, damals Legations-secretär, nach Olmüz gesandt hatte. Kübeck's Meinung war: denconstituirenden- Reichstag aufzulösen, die österreichische Monarchie imganzen Umfange in Belagerungszustand zu setzen und Windischgrätzzum Dictator mit unbeschräukter Vollmacht zu ernennen, der miteinem von ihm zusammengesetzten Ministerium alle nöthigen organischenVerfügungen in's Leben rufen und nach Aufhören der gebotenenZwangslage das verjüngte Staatswesen seinen regelmäßigen Verhält-nissen zurückgeben würde. Das andere System ging von der un-unterbrochenen Aufrechthaltung der seitherigen Regierungsweise mitdem Ministerium unmittelbar zur Seite des Thrones und dem con-stituirenden Reichstage aus, welcher letztere nur aus seiner bisherigenUmgebung herauszuziehen und in eine unbefangene Landstadt zuverlegen wäre, um daselbst in kürzester Frist seine die Herstellungeiner zwischen Thron und Völkern vereinbarten Verfassung voll-enden zu können. Diesen Plan vertrat Felix Schwarzenberg, aufwelchen der mit den Olmüzer Abgeordnetenkreisen in unausgesetz-ter Fühlung befindliche Stadion sichtlichen Einfluß übte. Diesesletztere System wurde denn auch angenommen vom Hof wohlvorzüglich darum, weil es das minder einschneidende war undWindischgrätz stellte seinerseits nur die Bedingung, daß von demneu zu bildenden Ministerium kein wichtigerer Schritt unternommen,namentlich keine organisatorische Verfügung getroffen werde, zu derenzustimmendem Mitwisser er nicht zuvor gemacht worden. Vor derWelt wurde nur die Erhebung Windischgrätz' zum Feldmarschallmit Ueberspringung des Feldzeugmeisterranges und dessen unbe-schränkte Vollmacht zur Herstellung der Ordnung und Gesetzlichkeitim außeritalischen Oesterreich bekannt.

Die Truppen, welche Windischgrätz zum Aufbruche nach Wienbestimmte, waren die drei in Prag garnisonirendenGrenadier-Bataillons,10 Bataillons Linien-Jnfanterie, 3 Bataillons Jäger, 24 EscadronsCavallerie, 54 bespannte Geschütze und 4 Brücken-Equipagen mit dernöthigen Artillerie-Mannschaft und mehreren Abtheilungen der Genie-trnppe; im Lande blieben nur etwa 9 Bataillons und 10 Escadrons.Der Befehl zum Abmarsch wurde in allen Stationen mit maßlosemJubel begrüßt, nicht bloß weil der verehrte Führer sie rief -Mit