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1 (1869) Die Belagerung und Einnahme Wiens October 1848
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I. 5. Fürst Alfred Windischgrätz.

unterrichten, der seinerseits sich anheischig machte, dem Fürsten fürden Fall des Bedarfs 1520000 Mann zur Verfügung zu stellen.Bei allen diesen Verhandlungen blieben das kaiserliche Handschreibenund überhaupt die näheren Beziehungen Windischgrätz' zum Hofestrenges Geheimniß; auch Latour erfuhr davon nichts.

In der ersten Zeit nach den Junitagen schien sich das WienerMinisterium mit Windischgrätz auf einen guten Fuß stellen zu wollen.In der Berathung vom 7. Juli wurde Latour's Vorschlag angenom-men, die Dauer des Prager Belagerungszustandes solle Windischgrätz'eigenem Ermessen anheimgestellt bleiben. Als aber der constituirendeReichstag zusammentrat; als aus dem constituirenden in der strömen-den Fluth der Ereignisse einsouverainer" ward; als das Ministeriumvon Anträgen, Philippiken und Interpellationen jeder Art bestürmtwurde, da suchte vatour dem böhmischen Commandirenden begreiflichzu machen, daß es nicht länger angehe, den Prager Ausnahmsstandaufrecht zu halten, die militärische Untersuchungs-Commission fort-walten und wohl gar, worauf Windischgrätz bestand, dem GeneralSchütte und andern Osficieren und Soldaten, die sich bei Bezwingungdes Aufstandes hervorgethan, a. h. Auszeichnungen zukommen zulassen. Von da an wurde die Correspondenz zwischen den beidenGeneralen immer lebhafter und nahm nicht selten den Charakter einergewissen Bitterkeit an, die auf der einen Seite in dem Gefühle un-verdienter Kränkung nach so entscheidendem Verdienste um die Er-haltung eines der wichtigsten Punkte der Monarchie, auf der andernin dem ängstlichen Bewußtsein der mannigfacheil Schwierigkeiten ihreWurzel hatte, mit denen das Ministerium in seiner dem Reichstagegegenüber eingenommenen Stellung täglich kämpfen mußte und welchedurch die Unfügsamkeit des böhmischen Commandirenden nur nochvermehrt wurden. Windischgrätz drang unaufhörlich auf kräftige Maß-regeln, bestand ans entschiedener Anfrechthaltung des constitutivnellenVeto des Monarchen, mahnte den Kriegsminister die Armee intactzu lasseil und nicht durch den Eid auf eine zweifelhafte Verfassungdeil Keim des Zerfalls in ihre Reihen zu bringen, beschwerte sichüber die schmähliche Behandlung des Militärs in den Wiener Jour-nalen, über dessen unwürdige Stellung gegenüber den tonangebendden neuen Gewalten re. Latour gab ihm in vielen Punkten nichtUnrecht, meinte aber hinsichtlich anderer, Windischgrätz fasse sie nichts