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I. 5, Fürst Alfred Windischgrätz.
dischgrätz' erster Gedanke war Rache, sein zweiter war Versöhnung").Er berief seinen Adjutanten, befahl diesem das Feuer einstellen zulassen und ihm einen Officier zu sendeil, der als Parlamentär aufdas Altstädter Rathhaus gehen solle; er wolle noch einmal den Wegder Güte versuchen, „damit kein Menschenleben mehr geopfert werde".Doch die Antwort, die aus der Stadt zurückkam, bot keine Möglich-keit friedlichen Ausgleichs und der Kampf mußte von neuem beginnen.Die Schilderung seines Verlaufs gehört nicht hieher. Der Aufstandwar so gut wie gebändigt, als, von Wien gesandt, die beiden Mini-sterialcommissäre G.-d.-C. Graf Meusdorfs und Hofrath Klecanskhden weiteren Operationen Halt geboten und mit den städtischen Be-hörden den Weg der Unterhandlung betraten. Windischgrätz, „anHerz und Seele gebrochen", wie er selbst sagte — auch sein ältesterSohn Alfred lag an einer schweren Schußwunde darnieder —, wolltedas Commando niederlegen und sich von allen Geschäften zurückziehen.Als jedoch dieser Entschluß im Lager bekannt wurde, rief er einefurchtbare Gährung hervor. „Sie wollten unter niemand anderemdienen", hieß es in den Reihen der Soldaten; „eher würden sie Pragauf eigene Faust angreifen und an vier Ecken anzünden!" Es warendas Ausbrüche einer wilden Verzweiflung, hervorgegangen aus demGefühl, daß sie mit ihrem Oberfeldherrn die einzige Stütze verlören,an der sich mitten in den Stürmen der Zeit ihre militärische Hoff-nung, mitten in den unausgesetzten Angriffen, denen ihr Stand seitden Märztagen ausgesetzt war, ihr soldatisches Ehrgefühl aufrichtenkönne. Windischgrätz versprach seinen Officieren zu bleiben und ihnenGelegenheit zu verschaffen, sich auf einem andern Felde zu bewähren;er beschloß — ein großer, eines Helden der klassischen Zeit würdigerGedanke! — seine Regimenter durch Tyrol dem Feldmarschall Ra-deckh zuzuführen, um vielleicht von Italien aus die Monarchie, dieer durch Preisgebung Böhmens an die Revolution geopfert sah, sei-nem Kaiser zurückznerobern. Inzwischen hatten aber Mensdorff undKlecansky sich überzeugt, daß Unterhandlungen mit einer vom Auf-stand terrorifirten Stadt zu keinem Ziele führen, und beide warenes nun selbst, die Windischgrätz baten, zu bleiben und die Ordnungwieder herzustellen. Der mit verhältnismäßig geringen Opfern er-kaufte Erfolg war, daß sich die böhmische Hauptstadt binnen kurzemauf Gnade und Ungnade ergab. Es war seit Ausbruch der franzö-