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1 (1869) Die Belagerung und Einnahme Wiens October 1848
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Zurückgezogenheit in Lesko.

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Wiener auf, als ob ihre Stadt ganz Oesterreich sei. Er äußerte seinBedenken über die April-Verfassung, gegen deren centralisirende Allü-ren sich feilte Begriffe von dem Wesen des österreichischen Kaiser-staates sträubten. Er sprach sich unverhohlen über die bedenklicheNachgiebigkeit des Ministeriums aus;ich hoffe die Negierung wirdeinem solchen Verlangen nicht nachgeben", schrieb er, als er erfuhr,daß die Ungarn ihre Regimenter in ihr Land verlegt haben wollten.Aber auch wie die Dinge in Prag sich entwickelten, machte ihm Sor-gen. In seiner Abwesenheit leitete Erzherzog Carl Ferdinand dasGeneral-Commaudo, der ihn in fortlaufender Kenntniß von den dor-tigen Zuständen und Ereignissen erhielt. Die Wiener-Minister wünsch-ten nicht, daß er nach Böhmen auf seinen Posten zurückkehre, obgleichsie nicht den Muth hatten, ihm es geradezu zu verwehren. Latourwiderrieth es ihm bloß, er habedie öffentliche Meinung" wider sich;er schrieb von einerNord-Armee", die man zu bilden beabsichtigeund deren Commando Windischgrätz übernehmen solle. Da traf inLesko die Nachricht von den Wiener Ereignissen am 15. Mai ein undnun ließ sich Windischgrätz nicht länger halten.Ich reise nach Prag,wohin mich meine Pflicht ruft", schrieb er an Latour am 18.;essind die Interessen meines Monarchen, des kaiserlichen Hauses undaller ehrenhaften Leute (iss iirtorsts cks mon sonvsrairi, äs ln ä^-imstis st cks toas Iss llonnstos g'sas), die auf dem Spiele stehen".Er war kaum in Prag angekommeu, als aus der Reichshauptstadtdie Kunde von der Flucht der kaiserlichen Familie einlangte. Win-dischgrätz war daran gegen Wien zu ziehen; docher habe zu wenigTruppen". Er wollte die böhmische Armee unter den unmittelbarenBefehl des Hofes gestellt wissen, worüber ihm jedoch Latour bemerkte:dann könne er nicht Minister sein". Mittlerweile wurde in Pragselbst die Luft immer schwüler, bis sich am 12. Juni das seit langemdrohende Gewitter zu entladen begann. Nun gab es auch in PragBarricaden; nur gab es da keine seinsollenden Machthaber, die vorjedem finstern Gesicht, das ihnen die Straße wies, zusammeuschraken,sondern zwei entschiedene Charaktere wie Leo Thun und AlfredWindischgrätz, die nicht gesonnen waren, durch gesetzlosen Widerstandsich etwas abdringen zu lassen. Der Aufstand brach los; das erste Opferdesselben war Windischgrätz' eigene Gemahlin, die ihm mehr als dreißigJahre einer blühenden glücklichen Häuslichkeit geschenkt hatte. Win-