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I. 4. Das kaiserliche Belagcrungsheer.
gegen Wien abhalten wollten; „ich habe zu einer Zeit für die Frei-heit gesprochen und gehandelt, als niemand in Wien wagte auch nurden Mund aufzuthun- Weil man das Volk, dem ich angehöre, knechtenwollte, hielt ich es als Banns für heilige Pflicht, es zu den Waffenzu rufen. Für die Freiheit habe ich das Schwert in der Hand, nichtfür die Knechtung!" Der gleiche Geist herrschte unter den Officierenseines Lagers. „Wir haben nicht die Absicht, die verfassungsmäßigeFreiheit zu beschränken, nur die tolle möchten wir zügeln", schriebMajor Ettingshausen an seine Mutter in Wien. In diesem Sinnesprach auch Jelacie in seinem Aufrufe „an die Oesterreicher", Roth-neusiedel 13. Oktober. „Ich will ein freies, ein nach innen wie außenstarkes Oesterreich; ich will Aufrechthaltung der vom Kaiser gewähr-leisteten Rechte, an deren Begünstigungen alle Nationen ohne Unter-schied gleichen Antheil haben sollen. Dieß, Oesterreicher, ist meinGlaubensbekenntniß!" Allein den Führern des Aufstandes taugte esnicht in ihren Plan, daß dieses Glaubensbekenntniß allgemein bekanntwurde; sie scheinen auf die herausgegebenen Exemplare besonderseifrig Jagd gemacht zu haben, und es gehört darum zu den seltenstenGlücksfällen, einen noch heute erhaltenen Abdruck davon zu Gesichtzu bekommen.
Nur wenn seine Bewunderer ihm große strategische Fertigkeitnachrühmten und sein Feldherrntnlent priesen, thaten sie des gutenzu viel. Jelacie war im Kampfe der Führer, der nicht fragte, wiestark, sondern nur, wo der Feind sei; und mit dieser Eigenschaft istman kein Feldherr. Alles Mißgeschick, das er auf seiner kriegerischenLaufbahn erfahren, aber auch alle glänzenden Erfolge, die er errun-gen, werden, wenn man den Verlauf der Action analysirt, unsereBehauptung bestätigen. Jelacie für seine Person war bescheiden ge-nug, sich für keinen Strategen zu halten, wie er das einmal imGespräche mit Schlick offen aussprach, der ihm vergeblich eine andereMeinung von seinen Fähigkeiten in diesem Punkte beizubringen suchte.Jelacic fand es darum vollkommen begreiflich, daß er vor Wien unterden Oberbefehl eines Mannes gestellt wurde, der ihn nicht bloß anLebens- und Dienstalter überragte, sondern der zugleich eine an lang-jährigen und vielseitigen Verdiensten reichhaltige Vergangenheit vorihm, dein neuen Manne des Jahres 1848, voraus hatte. Andersallerdings nahmen seine Kroaten den Inhalt des kaiserlichen Hand-