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I. 4. Das kaiserliche Belagerungsheer.
Leute, durchaus Lombardo-Veneter, hatten in Preßburg Verlockungenaller Art zu bestehen gehabt; mit Jubel hatte man sie empfangen,Weinfässer, wühlerische Aufrufe und Emissäre hatten ihre Verführungs-künste an ihnen erprobt, beim Abmarsch hatte man einzelne Soldateilan den Rockschößen in die Häuser zu ziehen gesucht; doch treu ihremFahneneide hatten die wackern Italiener den Wein sich schmecken lassen,die Papierwische zerrissen, persönliche Zudringlichkeiten mit dem Kol-ben zurückgewiesen und waren ebenso vollzählig aus der Stadt wie-der ausmarschirt, als sie, wenige Tage früher, dieselbe betreten hatten.Auch in kleinerem Maßstab kamen Zuzüge in das croatische Lager.Fast täglich kehrten einzelne Ueberläufer zu den von ihnen am 6. ver-lassenen Fahnen zurück. Eines Tages erschien ein Trupp von 40 Heß-Grenadieren auf einmal; sie zeigten sich sehr zerknirscht, baten demüthigum Gnade und wollten ihr Leben lassen, wenn sie nur wieder zuEhren kämen Am 13. October trafen neun kaiserliche Officiere,die iil ungarischen Regimentern gestanden, im Lager ein; sie hatten sichin Verkleidungen und unter vielen Abenteuern durchschleichen müssen.Auch von anderer Seite stießen Truppenkörper zu dem Belagerungs-heer. Zwei Compagnien Wiener Freiwillige, Depots der in Italienstehenden Bataillone, wurden vom Banns aus der Umgegend herbei-gezogen. Major Augustinec mit dem ersten Landwehr-BataillonPaumgartten, der, aus Böhmen gesandt um die durch die Abmärschenach Preßburg in der Wiener Garnison entstandenen Lücken zuersetzen, mitten in dem Sturm des 6. October in der Nähe vonWien eiugetroffen war und sich, von aller Verbindung abgeschnittenund ohne weitere Befehle, mit dem Reichstage in Verkehr gesetzt hatte,wurde bald seines Jrrthums inne und stellte sich unter die Befehleder beiden kaiserlichen Generale. Vier Compagnien der BrigadeParrot, die dem kaiserlichen Hofe das Geleite nach Mähren gegeben,rückten am 13. Abends in Hetzendorf ein. So verstärkt fühlte sichJelacic im Vereine mit Auersperg kräftig genug, um au ein Auf-geben seiner Stellung vor der Hand nicht zu denken. Die Ungarnließen auf sich warten, während die Wiener statt kräftiger Ausfälle,auf die sich der Bauus nach den Schilderungen Auersperg's gefaßt»lachen konnte, ihr Pulver und ihren Muth in Neckereien und An-griffen in kleinem Maßstabe verpufften und dadurch nur die Kampf-begierde der Gränzer reizten, die täglich ihre Officiere fragten: „Gos-