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1 (1869) Die Belagerung und Einnahme Wiens October 1848
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I. 4. Das kaiserliche Belagernngsheer.

bin Staatsdiener und Soldat" so lautete sie;in erster Hinsicht halteich mich verpflichtet, der Anarchie nach Möglichkeit zu steuern; alsMilitär an der Spitze einer Truppe gibt mir der Donner des Ge-schützeS die Marschdirectivn. Von ungarischen Truppen werde ichnicht verfolgt; kämen sie und griffen sie mich an, so würde ich Gewaltmit Gewalt zu vertreiben wissen. Uebrigens kenne ich auf öster-reichischem Boden keine kroatischen und ungarischen Truppen, sondernbloß kaiserliche, denen anzngehören die meinen die Ehre haben"

Jelacic hatte nicht unterlassen, den kaiserlichen Hof von seinemEntschlüsse, gegen Wien zu ziehen, allsogleich zu unterrichten und sichdessen weitere Befehle zu erbitten. Ebenso hatte er, ungewiß überdas Schicksal der Wiener Garnison, einen seiner Officiere verkleidetin die Stadt gesandt, der glücklicherweise von der Seite des Bel-vedere, und folglich unmittelbar in das Lager Auersperg's kam. Dortherrschte grünzenlose Verwirrung. Alle Bande der Zucht schienengelöst zu sein; man konnte einzelne Soldaten sich mit Generälen überdie ergriffenen oder unterlassenen militärischen Maßregeln herum-streiten hören. lieber Auersperg's Unfähigkeit herrschte nur eineMeinung, die sich auch in dem Gerede kundgab, Fürst Felix Schwarzen-berg habe den Oberbefehl übernommen oder werde ihn übernehmen.Während der Neichstagsausschuß schon über die Mittel berieth, Jelacievom Boden des Erzherzogthums wegzubringen, hatte Auersperg nochkeine Ahnung von dessen Ankunft und schien, sobald er dieselbe erfah-ren, nur in neue Unschlüßigkeit zu verfallen. Zwar weigerte er sichnoch immer, seinen Standort im Schwarzenberggarten aufzugcbenund seine Truppen, wie die Städtischen verlangten,unter der Garantieder Nationalgarde und der akademischen Legion" in die verschiede-nen Casernen zu verlegen; aber er that dieß in einer so kleinlautenWeise, daß er dabei die heilige Versicherung gab, durchaus nichtsfeindseliges gegen die Stadt im Schilde zu führen;im Gegentheile»r sei es, der, durch allerhand Gerüchte und Zuschriften beunruhigt,ans die Vertheidigung seiner selbst und seiner Truppen bedacht seinmüsse". Mittlerweile war Jelacic schon ganz nahe an Wien heran-gekommen. Am 10. October blickte er vom Laaer Berge auf dieStadt, die ihm aus den schönsten Jahren seines Lebens in theurerErinnerung stand,und nun heult uns", sprach er tief ergriffen zuseiner Umgebung,das verbrecherische Geschrei des wahnwitzigsten und