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1 (1869) Die Belagerung und Einnahme Wiens October 1848
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Dic Garnison von Wien.

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entsendet. Trotz dieser geringen Truppenmacht, die am Nachmittagedes verhängnißvollen Tages zur Verfüguug blieb, war der Aufstandzu bewältigen, wenn mit Muth und Entschlossenheit eingegriffen wurde.Daß letzteres nicht geschah, war wohl in erster Linie Schuld dessen,der noch denselben Tag seine unzeitige Nachgiebigkeit in Augen-blicken entfesselter Volkswuth ist Nachgiebigkeit immer unzeitigdurch einen qualvollen Märtyrertod büßen mußte; in zweiter, derobersten militärischen Leitung in Wien.

F.-M.-L. Graf Karl Auersperg, commandirender General vonNiederösterreich, hatte im Jahre 18^18 eine fünfzigjährige nicht un-verdienstliche militärische Laufbahn hinter sich. In den NapoleonischenKriegen hatte er wiederholte Proben von Muth und Tapferkeit ab-gelegt. Zerhauen an allen Gliedern, einen Säbelstich durch die Brust,besinnungslos, hatte er aus einem Reitergefecht bei Regensburg,23. April 1800, gerettet werden müssen und keine dritthalb Monatedarnach, 5. Juli, den einen Arni noch in der Binde, die Brustwundenicht vollständig geheilt, sich von neuem an die Spitze seiner Escadrongesetzt, als ihn bei Wagram eine feindliche Kugel in den zweiten Armtraf. In den Jahren 18341838 hatte er sich als Generalmajorin der vom Geiste des Aufruhrs durchwühlten Romagna das beson-dere Lob des Grafen Radetzky erworben und noch 1847 bei Nieder-drückung der revolutionären Bewegungen in Ferrara viel Festigkeitbewiesen. In den entscheidenden Tagen des Jahres 1848 jedoch hatAuersperg von allen diesen Eigenschaften keine einzige sichtbar werdenlassen. Nachdem er die Vorgänge an der Taborbrücke erfahren, hatteer ein Bataillon Nassau und einige Schwadronen Reiterei dorthinzur Unterstützung und ein Grenadier-Bataillon in die innere Stadtgesendet, als ihm ein Befehl des Kriegsministers zukam, keine neuenTruppen nachrücken zu lassen, deren Erscheinen die Aufregung imVolke nur vermehren würde. Ein weiterer, von Wessenberg undLatour Unterzeichneter Befehl: ,, Das Feuer ist allenthalben einzu-stellen" band ihm vollends in dem Augenblicke die Hände, da F.-M.-L.Csorich an der Spitze der vom Tabor sich zurückziehenden Truppenim Begriffe war, den Uebergang über die Ferdinandsbrücke zu er-zwingen. Bis dahin mag man das Verhalten Anersperg's für ent-schuldigt gelten lassen o"; nicht aber von dem Zeitpunkte an, wo dieblutige That vor dem Kriegsgebäude geschehen, Latour todt, das