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I. ,1. Die leitenden Organe des October-AnsstandeS.
einmal auf Einhaltung der Gränzen drang, was in die Studenten-schaft gehöre und was nicht hinein gehöre. Vergleichsweise am mäßig-sten hatten sich von allem Anfang die Juristen gehalten; doch ihreReihen waren in den spätern Monaten auch die lichtesten. Als inden Septembertagen die Rede darauf kam — unter vier Augen, na-türlich ! —, nian sollte denn doch die akademische Legion „epuriren",bemerkte jemand sarkastisch: „Sie ist ja schon epurirt; alle besserenElemente haben sich daraus entfernt!" Noch in der ersten HälfteOctober gab Vielen die Aufbietung des Landsturms einen willkom-menen Vorwand aus der Stadt zu kommen, wobei ihr erstes war,ihren „Stürmer" abzuwerfen, um nie wieder darnach zu langen.Auch „auf Urlaub" hatten sich nicht wenige entfernt, die nicht darandachten, nach Ablauf desselben wieder einzurücken 2 "''). Nur diejüdische Confession, darunter sehr viel transleithanisches Blut, warbis zum letzten Augenblicke stark vertreten. Uebrigens war beiweitem nicht alles, was die Legionsuniform am Leibe hatte, Student.Im Medicinercorps trugen ungebildete Barbiergesellen das Ll auf ihrenKalabresern, und mitunter ganz rohe Burschen standen in den Reihendes sogenannten „Künstler-Corps"^).
Das leitende Organ der Studentenschaft war der Studenten-ausschuß, in welchen jede Compagnie der akademischen Legion einMitglied wählte. Er war seit dem 6. October permanent. In einemlangen schmalen Gang im ersten Stockwerke des Convict-Gebäudeskam man, nicht weit von dem Locale der ehemaligen „k. k. Convicts-Kanzlei", an eine Thüre, an der mit Kohle geschrieben war: „Stu-denten-Comitö". Es war ein nicht sehr großes Zimmer, das Abendseine Talgkerze', in einer entkorkten Flasche steckend, spärlich genugerleuchtete. An einem einfachen Tisch saßen die Mitglieder der Per-manenz, und um sie herum drängten sich Legionäre, Ordonnanzen,Arbeiter, Parteien mit den verschiedensten Anliegen, auch bloße Zu-hörer in buntem Gemisch.
Der Studentenausschuß war in gewissem Sinne der Mittelpunktdes militärischen Lebens und Treibens der aufständischen Stadt. Ersorgte für alles, oder mengte sich wenigstens in alles, stand durchFüster, Bioland, Smreker u. a. mit dem Reichstagsausschuß, durchFenneberg mit dem N.-G.-Ober-Kommando in unausgesetztem Ver-kehr, beschickte den Gemeinderath mit Anfragen nnd Vorschlägen,