Akademische Legion.
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Der in politischer und sittlicher Hinsicht gleich cynische akademischeFeld-Pater Fitster meinte überhaupt, es wäre am besten gewesen,,wenn das Studenten-Comitö die ganze Leitung übernommen hätte.„Das war ein Cursus!" ruft er voll Bewunderung aus; „so vielgelernt, solche Prüfungen abgelegt haben die Studenten wohl nochnie, als im October l848! Minerva schwang die Lanze!" AehnlicheSchmeicheleien und Huldigungen wurden den Studenten seit beinaheacht Monaten von den verschiedensten Seiten gespendet, und danndurfte man sich wahrhaftig nicht wundern, wenn ihnen die Dingeüber den heißen Kopf wuchsen. War es nicht die Jugend, die „schnellfertig ist mit dem Wort"? Waren es nicht unerfahrene Leute, denenein paar hingeworfene Ideen Verstand und Herz ausfüllen und diein ihrer unreifen Beschränktheit ihr augenblickliches Denken und Fühlenfür das allein richtige und darum allein berechtigte halten? Warenes nicht Brauseköpfe, die nur bewundern können oder verdammen,beides in höchster Potenz , aber nicht die ruhige Mitte einhalten?
tiunt paei'i >>u6i'i, pusri pnsrilia traotanrt*).
Wenn sie seit dem März das große Wort führten, wo warendie Männer, die es ihnen verwehrten, sie von allem Anfang in diegeziemenden Schranken zurückwiesen? Die jungen Leute hätten etwasanderes sein müssen als sie waren, wenn sie nicht die Macht, dieihnen der bornirte Enthusiasmus der Erwachsenen förmlich aufdrang,in ihrer unbefangenen Begeisterung gebraucht hätten. Wen gab esin der Hauptstadt der Monarchie, der ihnen öffentlich nicht huldigte?War es doch sogar ein Minister Oesterreichs, der es nicht unter seinerWürde fand, im Angesichte der Reichsversammlung sich ein Wohlver-haltenszeugniß ausstellen zu lassen, „wie er mit der akademischen Le-gion stehe"! So etwas mag kommenden Zeiten unglaublich erschei-nen; doch ist es buchstäblich wahr, es steht gedruckt in den steno-graphischen Protokollen'") Nach den Maitagen, wo die Behördendurch ihr plumpes Dareintappen die im Schooße der akademischenLegion bereits beschlossene Auflösung wieder verdarben, hatte man inden maßgebenden Kreisen derart allen Muth verloren, daß man nicht
*) In deutscher Uebertragung etwa:
's bleiben Knaben Knaben, Knaben Knabenzeug treiben.