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I. 3. Die leitenden Organe des October-AuistandeS.
Nttiigeii der Versammelten, sondern nur für den durch die herrschendePartei und die Galerien auf den Nest der Andersmeinenden geübtenDruck; und jedenfalls war es bezeichnend, daß es in der ganzenOctoberzeit nicht eine Abstimmung durch Namensaufruf gab, einVerfahren, womit der Reichstag bei Beschlüssen, welche die Parteienheftiger aneinander brachten, weder früher in Wien noch später inKremsier haushälterisch zu gebahreu pflegte'^'').
Die Hanptwirksamkeit des October-Neichstages hatte ihre» Brenn-punkt in seinem Ausschüße. Der Reichstagssaal selbst mit den fastleeren Bänken der Rechten, mit den schütteren Reihen des Centrums,aus deren ganzer Physiognomie man, nach der Bemerkung eines aus-wärtigen Beobachters, , die welthistorische Langweile der Permanenzheranslas", bot ein düsteres Bild; die Versammlung schien nur dazu sein, um die Berichte zu vernehmen und die Anträge zum Be-schlüsse zu erheben, die ihr aus dem Conferenz-Zimmer der Stallburgherübergebracht wurden. Gleich am 6. war aus Antrag Goldmark'seine.„permanenteCommission" von drei Mitgliedern Scherzer, Lasser,Hubieki — ernannt, nach dem Wunsche Lasser's um zwei weitere,Fischhof und Catiuelli, vermehrt, aber schon am folgenden Tage ausdie Zahl von fünfundzwanzig Köpfen, allen im Reichstage vertretenenLändern augehörig, erhöht worden. Die Versammlung begrüßte esmit allgemeinem Beifall, sogar einen Deutsch-Tyroler — erst Pfretsch-ner, und als dieser austrat, Wörz — in diesem Ausschüße sitzen zusehen. Obmann war Fischhof, Obmanns-Stellvertreter Brestel, Bericht-erstatter Schuselka; Vaccano und Vidulie beschäftigten sich mit Acten-Erledigungen, Umlauft war der Stylist für Adressen und Proklama-tionen. Die Permanenz wurde in der ersten Zeit von ihren Mit-gliedern ziemlich gewissenhaft besucht; auch hatte sie vollauf zu thnn,da keine Gränze ihrer Wirksamkeit gezogen war und eigentlich nie-mand wußte, was in den Kreis ihrer Befugnisse nicht gehöre. Voneinem Mitglieds des damaligen Wiener Gemeinderathes besitzen wireine Schilderung, wie es im Schooße dieses Vollziehungs-Organs desWiener „souveränen" Reichstages zur Zeit seiner höchsten Blütheherging; er war Zeuge, wie im Halbdunkel eines undurchdringlichenCigarrenqualms „rechts Berichte entgegengenommen und links Auf-träge ertheilt und Bescheide gegeben" wurden ; „ich gestehe ganz offen",fügt er bei, „daß ich nie einen tieferen, nie eineil so vernichtenden