Reichstag? - Permanenz
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Schmerz empfunden Heide, als im Angesichte dieser höchsten Staats-gewalt Oesterreichs; welche Flüchtigkeit im Anhören, welcher Leichtsinnim Entscheiden und welche drohende Gefahren rings umher!"''^) ImHingang der Wochen wurde es in den Sitzungen der Reichstags-Permanenz schütterer und stiller; die Mitglieder des Centrnms undder Rechten blieben aus, indem sie sich theils krank meldeten, wieJonak, oder Wien ganz verließen, wie Mayer, Szabel, Klaudi u. a,während auch von außen her der Zudrang vor das Forum des Aus-schußes sich von Tag zu Tag verminderte. „Zuletzt blieb nichts übrig,was die Permanenz besuchte, als Deputationen des erbärmlichenWiener Gemeinderathes", sagt Fitster in seinen Memoiren, der sichübrigens ganz glücklich fühlte, daß es nun „fast nur wackere Gesin-nungsgenossen waren, die sie bildeten". Fitster, Goldmark, BilinskiHütten von allem Anfang die Permanenz am liebsten in einen revo-lutionären Wohlfahrtsausschuß nach Pariser Muster nmgeschaffen undhandelten in diesem Sinne mitunter ans eigene Faust. Biolanddrängte zu den heftigsten Maßregeln, machte in seiner LegionsuniformBoteuritte zum N.-G.-Ober-Commando, zu den verschiedenen Posten,an die Linien und berichtete dann wieder im Ausschüße über dieWünsche und Stimmungen im „Lager". Die „Enthüllungen ausOesterreichs jüngster Vergangenheit" wollen uns glauben machen, daßin der Permanenz „im vollsten Ernste" der Antrag gestellt wurde,den Gesundheitszustand des Kaisers untersuchen zu lassen; die Kam-mern aufznfordern, alle Deputaten sollten mit der Reichstags-Medaillevor der Brust an der Spitze des Volkes in den Kampf ziehen n. dgl.Bioland verfocht die Ansicht, der Kaiser führe die Regierung seit derMai-Revolution nur provisorisch; Wessenberg war ihm kein Ministerfür den Reichstag, der ihn'nicht anerkenne; er fand es „ganz in derOrdnung", daß das Volk jeden „feigen Verräther" wenigstens zumBarricadenmachen zwang; denn „ein Schurke ist, wer seinen Brüdernbei solcher Gelegenheit im Kampfe gegen den Despotismus nicht hel-fend zur Seite steht". Violand war es auch, der sich, sei es aufeigene Verantwortung oder im Einverständnisse mit seinen Gesinnungs-genossen, über die grundgesetzlich beschlossene Wahrung des Briefge-heimnisses hinwegsetzte, die Postbeamten znr Auslieferung der anlan-genden Briefe zwang und diese theils an das Ober-Commando aus-