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1 (1869) Die Belagerung und Einnahme Wiens October 1848
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Slillc und Trauer.

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spieler unsichtbar geworden sei'ch. Die öffentlichen Belustignngsortestanden leer; keine Musik lockte heitere Gäste; kaum daß StraußVater und Kosak auf dem Universitätsplatze, an der Rückseite desBelvedere oder auf der Terrasse vor dem Schwarzenberggarten zeit-weise die Marseillaise, den Fuchsmarsch oder das deutsche Lied auf-spielten. Die Jägerzeile, die sonst lange Reihen von Spaziergängernden schattigen Laubdächern des Praters zuführte, war wie ausge-storben; Rudel von Knaben konnten in der Mitte der Straße un-gehindert ihre uationalgardistischen Vorstudien machen. Der Nordbahnhof war ohne Leben; einige Waggons, aus den Schienen ge-schleudert, standen leer und müßig da; Thore und Thüreu warenv.'rschlossen und verrammelt, alle Fenster verhangen. In der Stadtwaren selbst die Kirchthürme verstummt. Das schauerliche Stnrm-geheul aus den erstell Revolntionstagen klang den Leuten fortwäh-rend in den Ohren, daß jeder Glockenton ihnen neuen Schreckeilbrachte und darum ausdrücklich verfügt wurde, alles Läuten, das nichtvom Nationalgarde-Ober-Commando befohlen würde, einzustellen. Jetztwar kein Mvrgenglöckchen, kein Avegeläute zu Horen, selbst am Sonn-tage schwiegen die Thürme wie in einer vom Kirchenbann getroffenenStadt. Aber die Gotteshäuser standen offen, und Tag für Tagfüllten Andächtige ihre stillen Räume; waren es Gebete für das Ge-lingen der Revolution, die sie zum Himmel sandten? BertholdAuerbach erzählt, wie er eines Abends die Schottenkirche betretenhabe: die Vesper war eben zu Ende, am Hauptaltar wurden dieLichter ausgelöscht, aber noch gingen die Leute nicht aus der Kirche;eine Frau, die vor einem Seitenaltare lag, stimmte ein Lied an vollrührend ergreifender Weise, und alle Andern blieben auf den Knienund sangeil ohne Orgelbegleitnng ^).

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Das Gewirre, in dessen Schlingen das allsständische Wien ver-strickt war ohne recht zu wissen wie und warum, gab sich auch darinknud, daß niemand genau angeben konnte, wer denn eigentlich an