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7. Zustände und Ltimmuugcu in Wien.
die gleich wieder durch andere verdrängt wurden; es war die besorgteUnruhe hier, das böse Gewissen dort, was sich in diesem Durchein-anderfluthen der widersprechendsten Vermuthungen und Behauptungenaussprach. Zuerst hatte man es nur mit dem Hofe zu thun: derLandsturm habe den Kaiser anfgehaiten, ihn gezwungen nach Wienzurückzukehren; in der kaiserlichen Familie sei Zwiespalt ausgebrochen,Erzherzog Franz Joseph habe seiner Mutter bittere Vorwürfe überihre volksfeindlichen Bestrebungen gemacht; auf den Kaiser sei inOlmüz geschossen worden, die Kugel habe ihn verfehlt, aber denThronfolger getroffen rc. Dann machte den Leuten Jelaeic zuschaffen: er habe seinen „Thee gekriegt", die Ungarn hätten ihn ,.schonwieder erwischt", oder Wohl gar, er sei gefangen und gehangen.
Schon sicht man die Ungarn den Wienern zu Hilfe Heranrücken, daverbreitet sich ans einmal die entgegengesetzte Nachricht: ,,Der Jelaeicist da, er lagert im Belvedere, um Mitternacht wird das Bombarde-ment beginneil." Nachgerade erholt man sich von dem Schrecken,
man vernimmt, der Banns habe einen Theil seiner Granzer zurück-geschickt; ,,die arnieil Teufel", heißt es jetzt, „die sich durch Ungarngestohlen, können kaum das Gewehr halten; mail mochte ihnen einenKreuzer geben zu einem Laib Komißbrod, so erbarmen sie einen!"
Eine Zeitlang will man es gar nicht glauben, daß es mit der Bela-
gerung Wiens Ernst werden könne. „Die Kroaten sollen gegen Wienkommen? Lächerlich! Geflüchtet haben sie sich vor Kossuth, oderhöchstens will mail uns mit ihnen schrecken! Wird der Kaiser soungeschlachte Horden gegen seine Hauptstadt loslassen?" Nach undnach beginnt man denn doch Lunte zu riechen, und nun kommt Furchtvor heimlichen Feinden an die Reihe; „die Stadt soll verrathenwerden, man muß auf seiner Hut sein!" Eines Tages verbreitetsich das Gerede: gegen Abend würden drei Spione in die Stadtkommen, „ein blondhaariger, ein schwarzer und ein rvther, alle dreials Mönche"; daß Spione ihre Ankunft und ihren Aufzug nicht vor-aus anznkündigen Pflegen, kam den Verbreitern jener Nachricht wohlerst nach der Hand in den Sinn. Allmälig hat inan sich an Jelaeicund seine Kroaten gewöhnt, da vernimmt mail, daß Wiudischgrätzim Anzüge sei. Auch da versucht mail anfangs jede Gefahr zuläugnen; „denn hat nicht der Reichstag alle Truppenbefördernng ansden Eisenbahnen untersagt?!" Dann heißt es, die Bauern im