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I. 2. Zustände uud Stimmungen in Wien,
sich das Ungewitter um die Stadt zusammenzog. Der „Demokrat"(„Wanderer") trat sehr schüchtern und behutsam für die Sache Wiensund gegen die militärischen Maßregeln des Fürsten Windischgrätzauf; der „Wiener Postillon" brachte zahm witzelnde Artikel gegen dieletzteren und gegen das Davongehen der böhmischen Abgeordneten;die „Allg. österr. Zeitung" stieß nur sanft und leise in das Hornder Aufständischen und fragte sich (Nr. 207 vom 26.) ganz ängstlichan, was denn der Kaiser-„nachtheiliges an der Wiener Bewegung"erblicken könne, die ja nicht gegen ihn, sondern nur gegen die schlech-ten Minister gerichtet sei! Eine ehrenvolle Ausnahme von diesenihren Genossen, die lieber geradezu in das kaiserliche Lager gelaufenwären, wenn sie die Courage dazu gehabt hätten, machte Kuranda's„Ost - deutsche Post". Es fand sich da nichts von einer Verhimme-lung dessen, was von den revolutionären Organen in extremer Rich-tung ausging; mit freimüthiger Offenheit und dabei in durchausanständigem Tone behielt sie sich ihr selbständiges Urtheil dem Reichs-tage wie dem Gemeinderathe gegenüber vor; sie donnerte gegen dieSchritte des kaiserlichen Machthabers in Hetzendorf, aber sie unter-ließ nicht ihre Mitbürger vor gefährlichen Uebereilungen zu warnenund forderte sie auf, „auch jetzt noch den Gedanken einer friedlichenVermittlung festznhalten" (Nr. 61 vom 24.). Doch davon wolltendie Organe der äußersten Partei, die „Constitution", der „Nadicale",der „Freimüthige", der „Studenten-Courier", die „Gassenzeitung" undeine Menge anderer Blätter und Blättchen, die zum Theil erst währendder Octobertage auftauchten, nichts wissen. Sie waren voll der pöbel-haftesten Ausfälle gegen den Hof, der, „dumm wie er immer ist",durch sein „plumpes Dareinstolzieren" verrathe, „daß er sich mit sei-ner Handvoll Soldaten gegen die Millionen starke Bevölkerung derMonarchie werde zu messen den verzweifelten Schritt wagen müssen";dessen heuchlerische, lügenhafte, unverschämte, volksverrätherische Machi-nationen aber zu Schanden werden müßten, „so wahr ein Gottund nicht erlauchte Blödköpfe die Schicksale der Menschen undVölker lenken"">). Und was habe denn das Volk gethan, „dasewige große Volk, welches keine Rache kennt" und dem man es sohart vergelten wolle, weil es, „durch sieben Monate gequält, auf dieabsolutistische Folter gespannt, in einem Moment des Selbstvergesscns,verzweifelt und sinnberaubt, einen der es aussagenden Vampyre mit