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1 (1869) Die Belagerung und Einnahme Wiens October 1848
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I. 1. Das kaiserliche Hoflager m Olmüz.

sandte Manifest vom 6. October zu contrasigniren, worin der KaiserWien,mit Mord und Brand erfüllt", zu verlassen und Mittel zufinden erklärte,dem unterjochteil Volke Hilfe zu bringen"; aber erunterließ nicht, die bedeutungsvolle Kundgebung des Monarchen zurKenntnis des Reichstages zu bringen und sie zu dessen Verfügungzu stellein Er nahm scheinbar eben so wenig Anstand, die Erlässezu unterzeichnen, womit die Garden von Brünn, Grätz u. a. herbei-gerufen wurden, dadie Nationalgarde Wiens bereits sehr ermüdet"lind darum eineUnterstützung" derselbenerwünscht" sei, als er inseiner Eigenschaft als einstweiliger Minister des Innernim Einver-nehmen mit dem Reichstagsausschusse" die Ernennung der Oberbefehls-haber der Nationalgarde, zuletzt die Messenhauser's, bestätigte. Wenner in diesen und ähnlichen Fällen anders handelte, war seine Stel-lung vom ersten Tage unmöglich, oder er gab Befugnisse weg, diein anderen Händen das Uebel nur ärger machten. Er lieferte andie Proletarier hunderttausend!: schlechter Cigarren ans und rettetedadurch Millionen besserer, die in den kaiserlichen Magazinen aufge-speichert waren. Mitten in der allgemeinen Verwirrung ließ er nichteinen Augenblick die Interessen seines Dienstes aus den Augen, be-sorgte die Finanzverwaltung wie im tiefsten Frieden, beschützte dieöffentlichen Cassen und die Schätze der Nationalbank, aus denen inden wildesten Tagen nicht ein Kreuzer geraubt wurde. Mehr nochals des Guten, das er gethan, war des Uebels, das er verhütet.Ihn zieh die Umsturzpartei der Schuld, daß der schon beschlosseneSturm auf das Lager Auersperg's im Schwarzenberggarten unterblie-ben sei; ihn klagte sie an, es Hintertrieben zu haben, daß die Ungarnförmlich herbeigerufen wurden, u. dgl. m. Um sein aufopferndesVerdienst nach vollem Maaße zu würdigen, braucht man sich nur dieFrage zu stellen, was geschehen konnte, wenn Kraus nicht in Wienzurückblieb und ausharrte?!

Johann Philipp Frhr. v. Messend erg, den 6. October am Le-ben bedroht, war nach allerhand Abenteuern seinen Verfolgern glücklichentronnen, hatte sich nach Prag geflüchtet, war dort von der bevor-stehenden Ankunft des Hofes in Olmüz unterrichtet worden und hattedann keinen Augenblick gesäumt, sich als Minister des kaiserlichenHauses in dessen Nähe zu verfügen. Ein edler wohlwollender lie-benswürdiger Greis, vom Gefühle seiner Pflicht in so gefahrvoller