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1 (1869) Die Belagerung und Einnahme Wiens October 1848
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I. 1. Das kaiserliche Hoflager in Olmüz.

tagen den Erzherzog Franz Joseph zu nennen sich gewöhnt hatte,fesselte mit freudigem Behagen die Blicke Aller, die an Oesterreichglaubten und eine schönere Zukunft hofften.

In dem sonst so stilleil und ruhigen Olmüz pulsirte seit MitteOctober das regste bunteste Leben. Während der gemäßigte Theilder Bevölkerung unter dem Schutze der Bajonnete freier zu athmenbegann, faßten die bescheidenen Gasthäuser der Stadt nicht den Zu-drang der Fremden, für deren Aufnahme mehr als eine Privat-Wohnung zu Hilfe kommen mußte. Es war da ein unaufhörliches Zu-und Abgehen bedeutender und minder bedeutender Persönlichkeiten,von denen viele nur als vorübergehende Gäste erschienen und wiederverschwanden, während sich andere für einen längeren Aufenthalt ein-zurichten schienen. Kein Tag, wo nicht Sendschaften aus nah undfern eintrafen oder abreisten, Banderien berittener Hanaken die Rundedurch die Stadt machten und die von Littau oder von Prerau an-langenden Bahnzüge Schaaren von Kommenden entluden, voll Schei-denden mit sich fortnahmen. Der Personenverkehr der mährischenHauptstadt während der Octobertage war, wenn nicht der Ziffer, jeden-falls dem Interesse nach, das er bot, ein bedeutenderer als der vonWien; die Fremdenliste des Olmüzer Paßbureaus mochte in jenerZeit als der Höhenmesser der politischen Witterung des Kaiserstaatesgelten. Aber so bunt wie auf Markt und Straße, so'wirr durchein-ander ging es auch in anderer Hinsicht her. Wenn jemand die Frageaufwerfen wollte, wer im October 1848 die österreichische Monarchiebeisammen gehalten, so ließe sich keine andere Antwort geben als:sie sich selbst. Von einem eigentlichen Führen der Staatszügel warmehrere Wochen hindurch thatsächlich keine Rede: die großartige Ma-schine ging ihren Gang einstweilen allein. Oder wen wollte man alsden bezeichnen, der damals regierte? War es etwa der gütige Dulder,der schon seit den Märztagen das Kissen suchte, die Krone daraufhinzulegen, deren Last ihn drückte? Oder war es die Kaiserin MariaAnna, die sich um ihres Gemahls willen, mehr als alles andere, ab-geschiedene Ruhe wünschte? War es der Erzherzog Franz Karl, oderwar es die hohe Frau, die sich von der politischen Leidenschaft desTages mit Unglimpf, mit Verläumdungen und Beschuldigungen dermaßlosesten Art verfolgt, als der Mittelpunkt jenertausendköpfigenHydra", jenergiftgeschwollenen Schlange", jenesränkevollen, Volks-