kann es doch nur Nutzen bringen, wenn dieß noch zu einer Zeit ge-schieht, wo nicht alle jene vom Schauplatze völlig verschwunden sind,die Teilnehmer oder Zeugen der dargestellten Ereignisse waren unddie sich aus diesem Grunde aufgefordert fühlen könnten, durch ihrlebendiges Zeugnis klar zu stellen, was etwa in der Erzählung un-richtig, in der Anschauung vergriffen sein möchte. Oder soll es auchrücksichtlich der neueren und neuesten Weltbegebenheiten bei jenemWorte Napoleon I. von der „tablo eoavouuo" bleiben, das dannGöthe nachahmte, als er den Besuch eines deutschen Professors empfing:„Also Geschichte lesen Sie? Ach, gut, die Leute lieben Märchen!"?
Die Thatsachen einer der folgenreichsteil Epochen seines Vaterlandesmöglichst in's reine zu bringen, war der Hanptbeweggrund, der denVerfasser zur Herausgabe eines Werkes bestimmte, das sonst vorsich-tiger für ein Opas postbamaiu aufgespart bliebe. Deuu eutlehutdasselbe der Historiographie die Form und das Streben gegenständ-licher Darstellung, so theilt es insofern wieder die Natur von Me-moiren, als persönliche Anschauung und Erfahrung des Verfassersund mehrerer seiner Freunde weder den geringsten noch den unwich-tigsten Theil zu dem darin verarbeiteten Stoffe hergaben.
Aus amtlichen Quellen zu schöpfen war der Verfasser leider nichtin der Lage, dagegen durch freundliche Vermittlung so glücklich, eineauf sorgfältig gesammelte Daten basirte halbämtliche Darstellung dermilitärischen Action vor Wien einsehen und von mehreren hieraufbezüglichen, bisher noch nicht veröffentlichten Acteustücken Copiennehmeil zu können. Daß im übrigen alle zugänglichen Materialiengetreulich benützt, namentlich das was über die ereignisvolle Zeit inzahlreichen Darstellungen in Druck und Zeichnung erschienen ist einereingehenden und gewissenhaften Prüfung unterzogen wurde, davondürfte sich der geneigte Leser durch einen Blick in die Anmerkungenüberzeugen, über deren Menge sich vielleicht mancher aufhalten möchte