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Pfalzgraf Friederich Michael von Zweibrücken und das Tagebuch seiner Reise nach Italien
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Sommerhausen und Giesberg über lauterPrügelwege. Seine Durchlaucht blieben allda über Nachtund wurden vom Geheimen Rat Herrn Karl von Sickingenkomplimentiert.

Den 9. April wurde morgens früh um 5 Uhr indas Posthorn geblasen und der Weg fortgesetzt nachElckingen. Daselbst lief Herr Ringel in Gefahr,Hals und Bein zu brechen. Es wurde sein Pferd aufder Brücke, welche über einen Arm der Donau ging, vonungefähr fcheu und unterstand sich, nach etlich gemachtenBocksprüngcn, über die Brücke wohl 20 Schuh hochhinunter zu setzen. Der Sattel blieb Herrn Ringelzwischen den Füßen, das Pferd aber entrann. Der un-glückselige Ritter, im Schrecken vermeinend, er sitze nochauf seinem Wasserhengste, spornte in demselben herum, biser endlich seines Irrtums, wiewohl ohne den geringstenSchaden, gewahr wurde. Dann ging es über

Westerstätten Geislingen, allwo sehr vieleBeindreher wohnen.

Geppingen, eine kleine Stadt, wo die verwitweteHerzogin von Württemberg ihren Witwensitz hat.

Blockingen bis Cannstatt. Daselbst kamen SeineDurchlaucht abends um 10 Uhr an und bezogen dasNachtquartier.

Den 10. April begaben sich Höchstdieselben nachLudwigsburg und speisten bei Herrn Generalvon Fürstenberg zu Mittag. Allda ist die Sommer-wohnung des regierenden Herzogs von Württemberg,welches ein über die maßen wohl erbautes und situiertesSchloß. Es wurde eben damals von Ludwigsburg bisnach Stuttgart eine doppelte Allee von mehr als zweimannsdicken Bäumen mit großen Unkosten angelegt,welche, dem Vernehmen nach, durchgehends glücklich aus-schlagen. Nach der Mahlzeit ging der Weg nach

Bietigheim. Die Straße war fast gänzlich ruiniert.Die Chaise, worin Freiherr von der Osten, von Winckel-hausen und meine Wenigkeit nebst den Bedienten, wurdemit ganzer Gewalt umgeworfen und fehlte gar wenig,