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Pfalzgraf Friederich Michael von Zweibrücken und das Tagebuch seiner Reise nach Italien
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Den 9. März morgens nm 9 Uhr traten Seine Durch-laucht die Reise an nach

Guastalla, und mußten uns die nämlichen Pferdebis dahin fuhren; der Weg war so schlecht, als wir je-mals einen angetroffen. Unter anderem mußten wireinen fünfzig Schuh hohen und kaum sechs Schuh breitenDamm passieren, welcher einerseits ein Präzipitium undauf der anderen einen tiefen Kanal hat. Es bedarf nurder geringsten Ungeschicklichkeit des Postillons oder Zer-brechung eines Rades, daß alles zusammen hinnnterstürzeund zu Grunde gehe.

Seine Durchlaucht setzten sich nach zurückgelegtemhalben Weg auf den Fluß Crostolo und fuhren bis nachGuastalla, begaben sich allda zu Pferde und beritten denWahlplatz der so famosen, von den Oesterreichern anno1734 verlorenen Bataille. Die ganze Gegend ist mitGesträuchen umgeben und hat die Stadt linker Hand denPo-Flnß zur Bedeckung. Herr von Oberndorfs ging mitdem Koch voraus, wurde aber durch den Postillon in dasWasser geworfen, worin sie fast zu Grunde gegangen.

Mein Koffer hatte das nämliche Unglück, nur be-dauerte ich, daß meine mitgebrachten Kupfer, Bücher undKleider durchaus naß und verdorben, mithin mich nötigten,die ganze Nacht mit Trocknen an dem Kamin zuzu-bringen.

Guastalla, eine herzogliche und Don Philipps zu-gehörende Stadt, ist sehr gering, arm und in schlechteinStande, die Festung fast gänzlich ruiniert und ohne Be-satzung.

Den 10. März ließen Seine Durchlaucht sämtlicheSedien wegen allzu übler und impraktikabler Wege inzwei Nachen auf dem Po einfchiffen und fuhren mit derganzen Suite bis nach

Borgo Forte zu Wasser. Wir langten alldanachmittags um 1 Uhr an, fanden aber nicht mehr alssechs Pferde auf der dasigen Post, welches einen Auf-enthalt von fünf Stunden verursachte und mußten desfallsdie übrigen von Mantua heraus gebracht werden.