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Pfalzgraf Friederich Michael von Zweibrücken und das Tagebuch seiner Reise nach Italien
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Ich suchte bei dieser Gelegenheit von dem Ingenieureines und anderes Antike zu erkaufen, welcher aber be-teuerte, daß ihm solches bei Verlust von Ehre und Lebenverboten. Um so mehr lag mir an, etwas davon zubringen und ging auch wohl von statten; da nämlich der-selbe mit meinem Kameraden, Professor Lori, in Gesprächbegriffen, hatte ich Gelegenheit, unterdessen mit einemMesser ein Marmelstück nebst einer Thürangel und ihremHolz heimlich zu erobern. Diese Stadt soll den altenTraditionen gemäß 1342 Jahre vor Christi Geburt vonHerkules nach glücklicher Vollendung seiner spanischenKriege erbaut worden sein. Sie ist keine von den großengewesen und hatte ungefähr 10,000 Inwohner.

Es wurde dieselbe lange Zeit von griechischen Völkernund endlich auch den Römern besessen, gnno Christi 63in dem ersten Jahre des Kaisers Titi Regierung aberdurch ein Erdbeben sehr beschädigt und bald darauf nnno79, nachdem sie 1420 Jahre gestanden, bei einer Ent-zündung des Vesuvs gänzlich zu Grunde gerichtet. DerUntergang derselben ist zweifelsohne von dem schon be-schriebenen Ausfluß der brennenden Materie entstanden,welche gleich einem reißenden Strome die ganze Gegendüberschwemmt und diese Stadt 60 bis 70 Schuh hoch be-deckt, solchergestalten, daß sie ganz und gar verloren undnicht einmal das Lager derselben mehr zu finden war;angesehen so lange hernach das Dorf Resina und ob-beschriebenes königliches Lustschloß nebst vielen anderenunwissender Weise darauf gebaut worden. Kann sich dem-nach der König von Napoli allein flackeren, einen solchenSchatz von antiken Malereien zu besitzen, welchen manweder zu Rom, noch in irgend einem anderen Kabinetantreffen wird.

Zum Schluß von den erschrecklichen Ueberschwemm-ungen ans dem Vesnve füge ich annoch als ein redendesZeugnis bei folgende zu bemeldetem Resina befindlichelateinische Inskription, welche auf deutsch also lautet:

„Ihr Nachkommen, die Sache geht euch an. EinTag lehrt den anderen, der Gestrige den Morgenden.

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