Druckschrift 
Pfalzgraf Friederich Michael von Zweibrücken und das Tagebuch seiner Reise nach Italien
Seite
172
Einzelbild herunterladen
 

172

mehr mit Reiten fortzukommen. Auf dieser Stelle hieltich mich ein wenig auf, die daselbst an zwei und dreiOrten vor Augen liegenden Ausgießungen recht zu be-sichtigen. Es kam mir nicht anders vor, als ein Herabflnßvon geschmolzenen Eisenschlacken, welche sich allda gestocktund in drei bis vier Schuh großen Schollen zusammen-gesetzt hatten. Nach Aussage meiner Führer soll diesesals ein mit Feuer fließender Strom geschienen haben.

Ich hörte schon allhier das Donnern des Bergesmit ziemlicher Stärke. Wir machten uns demnach gefaßt,unfern Weg zu Fuß anzutreten und legten die zu demEnde erkauften, starken, neuen Schuhe an, welcher wirdermalen mehr als zu viel benötigt waren. Unsere Führerhatten Riemen um den Leib, woran wir uns hielten.Vor jedem gingen zwei derselben und einer schob hintennach. Bis dahin war die Luft ziemlich gelassen und an-genehm. Wir setzten immer weiter fort und gingen inder Asche, welche gleich einem groben und schwarzen Sand,mehr als schnhtief. Es war nirgends kein sicherer Trittund also dieser Weg sehr beschwerlich. Endlich gelangtenwir auf die hcransgcworfenen harten Steine, welche einen,zwei bis drei Schuh groß und scharfkantig sind. Wirvermeinten nicht mehr weiter fortkommen zu können, an-gesehen solche fast bei jedem Schritt unter dem Fuß aus-wichen und bei dem geringsten Fall einen armselig zu-gerichtet hätten. Je mehr wir uns dem Gipfel näherten,desto heftiger vernahmen wir das öfters wiederholteDonnern, die Luft war auch durch den Tramontanwinddermaßen schneidend, daß ich mich vor Kälte kaum anmeine Führer halten konnte; zu diesem kam annoch derstark auf uns durch den Wind gestoßene Schwefelrauch,welcher uns fast erstickte, also daß ich besorgte, den Wegunmöglich mehr weiter fortsetzen zu können.

Meine Führer versicherten mich, daß dieser Dampfder Gesundheit keineswegs schädlich, sondern vielmehr gegenKopfschmerzen ein dienliches Mittel sei.

' Endlich kamen wir ans die Spitze dieses abenteuer-lichen Feuerberges, in Meinung, daß wörtlich dieses der