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Pfalzgraf Friederich Michael von Zweibrücken und das Tagebuch seiner Reise nach Italien
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Regierungs-bcichassenheitvon Navoli.

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groß und kam mir zuweilen vor, als ob die daraufstehenden Personen wegen ungewöhnlicher Distanz nichtznsammengehörten. Die Dekorationen sind vollkommenschön und brillant, das Orchester perfekt, die Stimmenzwar gut, jedoch meines Erachtens nicht ausnehmend. DieTänze sind von Figuranten sehr zahlreich und habe ichunter denselben starke Springer angctroffen. So groß derTumult in allen Opern in Italien, so still ist cs im dasigen,gestalten sogar bei der schönsten Arie nicht das geringstevon einigen Applaudisscment zu hören. Solches geschiehtaber aus Respekt, nämlich als ob der König, welcher dochgar selten sich darin einfindet, selbst zugegen wäre.

Nach der Oper besuchte ich meinen Bankier, DucaGivseppo Giordano, und verwunderte mich, einen Herzogals Bankier anzutreffen Auf Befragen: Wie solches zuverstehen? bekam ich zur Antwort, daß alle diejenigenBankiers, welche ein Herzogtum zu kaufen im Stande, sichmit diesem Titel zu schreiben, auch befugt seien. Ich be-fand seine Behausung gleich einem magnifiken Palast;man führte mich von einer Stiege zu der anderen, bis ichendlich in die fünfte Etage kam. Es schien mir, als obich in einer kleinen Festung von einem Werke in dasandere geführt würde, welches mich um so mehr be-fremdete, als sonst zu Frankfurt und anderen Handels-plätzen, die Komptoirs in dem unteren Stock, hier aberüber fünf Stiegen hoch gefunden werden. Als ich nunauch daselbst angelangt, wurde ich erstlich durch einen Be-dienten von Fuß bis ans den Kopf examiniert, endlichnach eröffneten drei eisernen Thüren in den Saal bei demHerrn Dnca zur Audienz eingelassen. Dieser war einzwar schon betagter, aber ausnehmend höflicher Mann.Um Mitternacht wurde mir Chokolat präsentiert und habeich durch seine Unterhaltung der Regierung halber vielmerkwürdiges erfahren; nämlich: der König sei keineswegsgeliebt, weil er sich selber nicht um das geringste inRegimentssachen bekümmere, sondern dermalen alles durchdie Königin, mit welcher die ganze Stadt und Land zu-frieden, administriert würde. Die Okkupation desselben