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Pfalzgraf Friederich Michael von Zweibrücken und das Tagebuch seiner Reise nach Italien
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werden. Ueber dem Kamin ist das Mutter Gottesbild,welches jederzeit mit dem Hause transportiert worden, inkostbarster Kleidung mit Juwelen, Edelgesteinen undsonstigen Ornamenten ansgeziert. Die große Anzahlkleiner goldener und silberner Leuchter und Statuen,deren verschiedene aus Gold von 30 bis 40 Pfundschwer, vermehren den Schatz ungemein. Die Garnierungder Kleinodien kann sieben mal mit allerhand ver-wechselt werden, und geschehen annoch beständig vonKaisern, Königen und fürstlichen Personen die reichstenGeschenke.

Die Mauern sind von außen mit Marmor bekleidet,worauf die schönste und kunstreichste Bildhanerarbeit nichtgenug zu admirieren und ist besonders die Figur Hieronymiein vollkommenes Meisterstück. Niemand ist erlaubt, alsden Maltheser Rittern, mit dem Degen diese Kapelle zubetreten. Die andächtigen Pilger rutschen auf ihrenKnien außerhalb rings herum, wodurch der harte Marmorbereits Hand tief abgenutzt.

Neben der Kapelle sitzen zwei Larionici und empfangendas Geld für die heiligen Messen, worüber dieselben einordentliches Manuale zu halten Pflegen und werden solchevon morgens früh bis auf mittag ohne Unterlaß gelesen.Der Gottesdienst wird durch eine gewisse Anzahl vonOanonicis versehen. Die poenitentiarij oder Beicht-väter sind Jesuiten von allerhand Nationen und Sprachenund dnrchgehends sehr gelehrte und geschickte Männer.Jeder Pilger, welcher seine Beicht verrichtet, bekommt zumAlmosen einen Paol, unserer Währung drei Batzen. Eshaben diese patres großen Ueberlauf und ihrer eigenenAussage nach auf italienische Art schlecht zu essen. DieZellen sind sehr eng und ohne Oefen.

Den 4. Februar morgens um 8 Uhr besuchten SeineDurchlaucht die heilige Kapelle, knieten in die kleineUetiracke des besagten Kamins und präparierten Sich zurBeichte, welche Höchstdieselbe bei dem französischen ?oeni-teritario in der Kapelle des (lole^ii ablegten und an denvorigen Platz zur heiligen Kommunion sich verfügten.