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Pfalzgraf Friederich Michael von Zweibrücken und das Tagebuch seiner Reise nach Italien
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Beschreibung

von

Bologna.

Kardinal Doria.

dieser Schindmähren zu gebrauchen. Dieselben stellen sichanfänglich an, als ob sie durch die Lüfte fliegen wollten;kaum eine halbe Stunde darauf sind solche wegen Faul-heit schier nicht vom Platze zu bringen. Hieran ist nichtwenig Schuld die Liederlichkeit der Postillons, maßen mandnrchgehends in Deutschland weit stärker und expediterzu fahren pflegt.

Den 30. Januar wurde die Reife bei dem abscheu-lichsten Wege fortgesetzt nach:

Bologna. Seine Durchlaucht gelangten allda zuMittag glücklich an und kehrten ein bei S. Marko, einemschlechten Wirtshaus. Es ist diese eine ziemlich große Stadt, inRomagna gelegen, dem päpstlichen Stuhl zugehörig, undeine der vornehmsten in Italien. Das umliegende Landist eben, schön, auch sehr fruchtbar, und sieht wegen desvielen Weinbaus einem angenehmen Garten nicht ungleich.Die Stadt ist meistenteils von Ziegelsteinen erbaut undkann man dieselbe, wie zu Padua, unter lauter Bögenhindurch passieren. Sie hat viele sehenswürdige Kirchen,ansehnliche Paläste und kostbare Galerien, nicht minderdie famose Akademie oder sogenannte Lpecola, welche SeineHeiligkeit jetzt regierender Papst, als dessen Geburtsortdieselbe sich billig rühmen darf, in besten Flor zubringen sucht. Ich werde desfalls die remarkabelstenSachen, welche Seine Durchlaucht im Hin- und Wieder-reisen allda besichtigt, einigermaßen zu beschreiben michbefleißen.

Es residiert daselbst der Kardinal Doria, ehemalengewesener Nuntius bei der kaiserlichen Wahl Karls VI.,welcher sehr exakt und scharf, und derohalben von derNoblesse, welche allhier sehr zahlreiche und dnrchgehendsunruhige Köpfe, nicht sonderlich geliebt, aber eben des-wegen von Ihrer Heiligkeit bis in das neunte Jahr kon-firmiert ist.

Das Frauenzimmer hat unserer sämtlichen Suitenicht mißfallen. Wir befanden es dnrchgehends schön undwohlgemacht, auf venetianisch gekleidet.