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Geistlichkeit.
Griechen.
Armenier.
Juden.
II ßs3NOmsißlio.
hätte mehr Ursache über die venetianische Lebensart sichzu beschweren, als die ausländischen Gesandten, mit welchenallen Nobili, ausgenommen jenen, welche zu den aus-wärtigen Affairen destiniert, der Umgang verboten ist.Ich habe selbst in dem Kaffeehaus observiert, daß, nachdemeinige von der Suite des französischen Gesandten dahinein-gekommen, worinnen zu gleicher Zeit die Menge Nobiliwaren, kurz darauf kaum mehr ein einziger allda zu sehengewesen. Unter diesen Nobili findet man eine große An-zahl, welche in äußerster Armut leben und wohl öftersvon den allkommenden vornehmen Fremden in der Stilleeinige Beisteiler begehren. Diejenigen, welche ohne Charge,empfangen, ihres Charakters ungeachtet, nicht die geringsteBesoldung. Alle Söhne folgen in dieser Dignität demVater nach und müssen, allschon im 15. Jahre, zu solcherKleidung sich bequemen und darauf im 25. Jahre dengroßen Rat frequentieren.
Die Geistlichkeit wird durch einen Patriarchen regiert,welcher jedoch dem Vernehmen nach allerdings von demSenat dependiert. Griechen lind Armenier haben nichtminder daselbst ihren öffentlichen Gottesdienst. Die Judenwohnen apart in einer großen, ihnen angewiesenen Gasse,und findet man unter ihnen viele rechtschaffene Handels-leute. Ich wurde von dem reichen Delias, dem sogenanntenpersianischen Kaufmanns, zum Beschneidungsfeste seinesSohnes invitiert. Als ich dahin kam, fand ich das ganzeHans von unten bis oben sowohl mit Christen als Judenhäufig besetzt, welchen ohne Unterschied allerhand Us-irsicllwZements gereicht wurden. Die Kindbetterin lagin einem trefflich gezierten Bette, bei welcher bis fünfzigJudenweiber, welche von außen hergekommen, saßen, allein Stoff gekleidet und mit Juwelen in den Haaren auf-gesetzt. Dieselben aber kamen mir als stumme Mumienvor, maßen ich nicht ein einziges Wort von ihnen ver-nehmen konnte.
Der große Rat, worin alles öffentlich abgehandeltund geschlichtet wird, ist seiner so wohl angeordneten Ein-richtung halber einer der merkwürdigsten. Auch den