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Pentateuch wie der Propheten und folglich mittelbar auch die Christi,auf indische Anregung zurückznführen sind. Das scheint auf den erstenBlick ein arger Anachronismus zu sein, denn Buddha lebte wie gesagt600 Jahre vor Christus, während die jüdische Legende die Abfassuugder fünf Bücher in das 14. Jahrhundert v. Chr. verlegt. Allein esist mir bekannt, daß neuere Forschungen mit nahezu absoluter Sicherheitfestgestellt haben, daß diese angeblichen Bücher Mosis frühestens imsechsten Jahrhundert, und jedenfalls erst nach der Rückkehr ansder sogenannten babylonischen Gefangenschaft verfaßt wurden. Ge-rade zur Zeit aber, als der beste Theil des damaligen Juda nachBabylon verpflanzt war, sandte Buddha seine Apostel durch ganzAsien, und daß die „an den Wassern Babels Weinenden" gegen solcheLehren damals besonders empfänglich gewesen sein mußten, liegt aufder Hand.
Wenn also einige germanische Schriftsteller die Behauptung auf-stellten, das Christentum sei ein fremder Blutstropfen im Körper desarischen Volkstums, so haben sie insofern allerdings Recht, als ihnendas Christentum thatsächlich als Semitismus, nämlich dem Judentumentsprossen, zukam; nichtsdestoweniger kann die arische Welt den Grund-gedanken des Christentums für sich beanspruchen, da höchstwahrscheinlichsie es war, welche die ersten Keime hierzu dem Semitentume übergab.Ich sage das nicht, um das Verdienst des großen semitischen Freiheits-märtyrers zu schmälern. Ich kann leider nicht leugnen, daß wir Ariermit dem unserem Schoße entsprossenen göttlichen Gedanken aus eigenerKraft nichts anzufangen verstanden. Gleichwie es wahrscheinlich ist,daß gerade die Scheußlichkeit des indischen Kastenwesens, jener schänd-lichsten Blüte, die jemals dem blut- und thränengedüngten Boden derKnechtschaft entsprossen, Ursache gewesen, daß in Indien zuerst diegeistige Reaktion gegen diese Geißel der Menschheit sich zeigte, ebensosicher ist es auf der anderen Seite, daß das nämliche Kastenwesen dieSpannkraft unseres indischen Volkes allzusehr gebrochen, als daß diesesdie empfangene Anregung selber hätte fruchtbringend verarbeiten können.Der Buddhismus erlosch in Indien und wurde außerhalb Indiens sehrbald seines socialen Inhalts gänzlich entkleidet. Jene transcendentenSpekulationen, auf welche man auch im Abendlande das Christentumzu beschränken versuchte, sie sind im Osten Asiens thatsächlich dereinzige Effekt des Buddhismus gewesen. Ja schon im Geiste der Stiftergestaltet sich der Freiheitsgedanke anders bei dem, trotz aller Erhaben-heit doch den Stempel seines Volkstums tragenden „Avatar" Indiensund anders bei dem Messias in Juda, der inmitten eines von niegebändigtem Gleichheitsdrange durchglühten Volkes das Licht derWelt erblickte. Buddha konnte sich die Freiheit wirklich nur inForm jener hoffnungslosen Entsagung vorstellen, die dem christlichen